Karl ist zurück

15 Nov

Ja, mein innerer Schweinehund ist zurück. Nicht dass er wirklich jemals weg war, so ist das nicht gemeint. Wir liegen immer noch gern zusammen ganz ungeniert auf der Couch. Mal hasse ich Karl und würde ihn am liebsten durchs Zimmer schleudern, dann wieder find ich ihn ganz putzig. Er kann ja nichts dafür, was er ist.

Aber wie er so ist, daran kann ich arbeiten. Ich widme mich ihm daher auch gerade wieder in einem ausführlichen Projekt. Und sollte das mal eine runde Sache werden, lasse ich es euch wissen.

Ich hatte ja erwähnt, dass ich mich von Zeit zu Zeit gern handwerklich betätige. Nun hing ich also mit Zange, Schraubenzieher und guten Vorsätzen bewaffnet an der Toilette und versuchte, eine neue Klobrille anzubringen. Ja, sogar Karl hat das Gesicht verzogen. Dann lief er mir vor die Füße. Manchmal frage ich mich, ob er das mit Absicht macht. Einmal legte ich ein Stück Werzeug zur Seite, da jaulte Karl plötzlich laut auf. Ich hatte seine Pfote getroffen. Ich war genervt und schnautzte ihn an, „wenn du keine Lust oder Geduld hast, dann geh doch einfach weg, bis ich fertig bin.“ Das tat er dann auch – jedoch nicht, ohne mir einen sehr langen und vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen. Als ich schließlich völlig berauscht von meinem Erfolgserlebnis zurück ins Wohnzimmer kam, lag er auf dem Sofa und schaute Friends. Die zehnte Staffel. Verdammt. Doch ich blieb hart und packte meine Sporttasche. Karl zog eine Augenbraue nach oben. So viel Aktivität verwirrt ihn ja immer, den armen. Ich sprach langsam und beruhigend auf ihn ein. Erklärte ihm, dass er leider nicht mitkommen könne, da ich sonst keinen Spaß an der Stunde hätte und dass ich danach auf jeden Fall wieder nach Hause kommen und ein bisschen mit ihm abhängen würde.

Besonders schlimm ist es momentan, wenn ich schreibe. Mal scharrt er auf dem Fußboden herum, dann schaltet er zum Spaß die Waschmaschine an – ja, das Programm scheint ihn zu faszinieren. Oder er schleppt Zeitschriften durch die Wohnung. Und ich falle jedes Mal wieder drauf rein und beschäftige mich mit ihm. Wenn ich ihn nicht beachte, kommt er komischerweise immer super alleine klar. Aber er wittert meine Stimmungen und schmeißt sich genau in der richtigen Sekunde auf die Fernbedienung. Spazieren gehen muss natürlich auch mal sein und so setzt der kleine doofe Schweinehund viel zu oft seinen sturen Kopf durch.

Ich hab aber auch festgestellt, dass er eigentlich schnell Ruhe gibt, wenn ich ihm ein wenig Beachtung schenke. Einmal richtig ernst genommen, lässt er mich dann auch wieder für Stunden arbeiten.

P.S. Es ist schon wieder Dom! Wie die Zeit rennt…

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5 Antworten to “Karl ist zurück”

  1. trina59 November 16, 2013 um 10:48 am #

    So einen Kerl habe ich auch zu Hause, meiner hat aber noch keinen Namen.

    • hamburgerdeern84 November 17, 2013 um 12:15 am #

      Ja, ich persönlich finde die Namensgebung wichtig. Dann weiß man, mit wem man es zu tun hat 😉

  2. Maulwurf aus Bergedorf November 17, 2013 um 8:26 pm #

    HaHaHaHa…..Karl hab ich auch zu Hause und Deinen hab ich schon vermißt….hoffe er kommt bald wieder……..

  3. Christian November 25, 2013 um 5:33 pm #

    Der ist besonders in der Winterzeit so aufdringlich, oder? Jedenfalls bei mir.

    • hamburgerdeern84 November 25, 2013 um 5:51 pm #

      Ich denke das geht den meisten so. Man wird auf einmal „hundemüde“…

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