Die erweiterte Komfortzone

18 Nov

Ich habe einen neuen Schal. Er hat eine Schlauchform, ist riesig, kuschelig, gigantisch, gemütlich und passte heute absolut nicht zum Rest meines Outfits. War das noch Stilbruch oder schon ein Modeverbrechen? Ich weiß es nicht. Nur, dass es mir zum ersten Mal so richtig egal war. Weil ich mich einfach super wohl gefühlt habe.

Ich habe meine eigene Komfortzone mit mir herumgetragen, um mich herumgetragen. Ich hätte ewig so spazieren gehen können. Ich beobachte schon seit längerer Zeit den Trend zum großen Schal. Und dahin, überhaupt ständig immer einen Schal zu tragen. (Ich rede jetzt eher von Frauen.) Auch in gut beheizten Räumen. Ich konnte es nicht richtig nachvollziehen. Aber jetzt glaube ich, die Antwort gefunden zu haben. Dank dieses neuen Schals.

Es ist einfach ein Kleidungsstück, das einem Sicherheit gibt, ein wohliges Gefühl. Und das nicht etwa aus Sicht der Kaschierung irgendwelcher vermeintlich unvorteilhaften Körperpartien heraus – das soll es ja auch geben. Es ist einfach wie eine gigantische Puffer-Zone zum Rest der Welt. Der Kopf wird umgeben von einem fluffigen, leichten und dennoch wirkungsvoll-voluminösen Stoff und kann sich so zurückziehen von den umherschwirrenden Einflüssen. Und sieht dabei auch noch elegant aus (naja, manchmal jedenfalls). Völlig entspannt. So lässt sich der Herbst genießen, mit dem kuscheligen Tee-und-Sofa-Gefühl draußen in der grauen, großen Welt.

Und wer kann mir jetzt das Mütze-tragen-in-allen-Lebenslagen-Phänomen erklären?

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