Alle Jahre wieder

16 Dez

Ganz besonders schlimm ist es zu Weihnachten. Wo wir auch hinschauen, überall schwirren diese Erwartungen umher. An das Fest, an den Glühwein, an den Schnee – der sowieso nicht kommen wird, man weiß es ja schon vorher. Weiß man halt. Ist so. Aber eigentlich sollte er uns ja auch dieses Jahr wieder überraschen mit seiner Puderzuckerromantik.

Und am deutlichsten sind die Erwartungen gegenüber anderen Menschen. Besonders an die nächsten, liebsten, scheinbar berechenbarsten Menschen. Man erwartet, dass sie bestimmte Dinge tun oder auch unterlassen, dass sie sich bestimmte Dinge wünschen oder einem schenken werden. Schließlich, dass sie einen schon wieder enttäuschen werden.

Das werden sie mit Sicherheit, wenn wir immer wieder die gleichen Erwartungen an sie richten (und dabei die direkte Kommunikation unterlassen, weil die sich ja sowieso nicht lohnt. Weiß man ja schließlich schon vorher.)

Der Dezember hat so eine ganz eigene Jahres-end-spannung inne, die wunderbarerweise in eine Jahres-ent-spannung umschwenken könnte. Würden wir nur einfach mal nichts mehr voneinander erwarten.

Sondern einfach fragen, wenn wir etwas möchten. Wer kann denn schon Gedanken lesen?

Ich weiß leider nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber ich liebe diese Idee:

Wer nicht um Hilfe bitten mag, kann anderen selbst keine Hilfe gewähren, ohne dabei zu urteilen.

Ebenso klasse finde ich:

Ich freue mich jedes Mal wieder, enttäuscht zu werden. Dann weiß ich, dass ich mich vorher getäuscht habe.

In diesem Sinne: Redet miteinander. Tut doch nicht weh.

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