Der Handwerkerschreck

27 Jan

Bei uns in der Wohnung wird gerade Einiges gemacht. Verändert, erneuert, verschönert, modernisiert, abgesichert, renoviert…Einiges, sag ich euch. Einiges.

Es ging folgendermaßen los: Der Abwasch türmte sich, es gab keine sauberen Löffel und Teller mehr, man musste fast schon jeden Tag neue Gläser kaufen. Dann schickte das Universum einen Geschirrspüler (und zwei ganz lieben Menschen ein wunderschönes, neues, gemeinsames Zuhause). Aber das Problem war (nein – ist, um genau zu sein): Die Küche bietet eigentlich weder Platz noch Equipment für ein solches, hochmodernes Gerät. Also muss natürlich ein Mensch die nötigen Umbaumaßnahmen vornehmen. Nebenbei wird nun auch noch gleich der Boiler von 1973 ausgewechselt (damals sagte man nämlich noch Boiler). Da hat man ein gutes Gefühl, denn wer weiß, wie lange der noch mitgemacht hätte.

Der Mensch sollte also vorbei kommen. Bei der dritten Ankündigung war er dann auch da. Nahm die Wünsche auf, den Auftrag entgegen – verpflichtete sich, wiederzukommen. Naiv wie ich bin, dachte ich natürlich, er hätte sich nun auch das nötige Material aufgeschrieben. Notiert, festgehalten, in irgendeiner Weise mit in die Firma genommen. Damit seine Mitarbeiter den Auftrag angehen können (und nach erneuter Terminabsprache gleich loslegen).

Da sie aber jede einzelne Stunde sowie die Anfahrt berechnen, sind die Mitarbeiter erstmal hergekommen und haben eine Bestandsaufnahme gemacht (äh, hatten wir das nicht schon?). Dann sind sie wieder losgefahren, um Material zu besorgen. Tja, wie gesagt, ich mag da ja etwas naiv sein. Die Geschichte ist noch nicht zuende, aber ich finde sie jetzt schon unglaublich bezeichnend. Ich habe keine Ahnung, wie das in anderen Ländern / Städten / Stadtteilen /Firmen so läuft, aber mir kommt das Ganze schon ziemlich merkwürdig vor.

Hier wird gerade Einiges gemacht. Nur nicht gearbeitet.

 

 

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7 Antworten to “Der Handwerkerschreck”

  1. mitlucyumdenblog Januar 27, 2014 um 10:55 am #

    Das kenne ich! Beim nächsten Termin (merke: Das wird voraussichtlich NICHT der verabredete Zeitpunkt sein) haben sie zwar Material dabei, das passt dann aber doch nicht. Also steht man zu Mehreren eine Weile herum und rätselt, wie das Problem nun am besten zu lösen sei. Dann können alle fleißig Arbeitsstunden, Anfahrtszeiten und Materialkosten berechnen. Aber irgendwann funktioniert´s dann auch mit der Spülmaschine – Kopf hoch! 1001 Grüße von Sylvie mit Lucy

    • hamburgerdeern84 Januar 27, 2014 um 12:46 pm #

      Es ist unglaublich, aber sie kamen, arbeiteten und siegten! Die Maschine läuft und ich bin im siebten Geschrirrspülhimmel 🙂 Danke fürs Daumendrücken!!!

      • mitlucyumdenblog Januar 30, 2014 um 10:52 am #

        Ende gut, alles gut!

  2. nandalya Januar 27, 2014 um 10:13 pm #

    Eine Freundin hat Architektur studiert und arbeitet an ihrem ersten Großprojekt mit. Es gibt Baupläne, die sich die Arbeiter der ausführenden Firma eigentlich vor Arbeitsbeginn anschauen sollten. Machen sie natürlich nicht. Sie erzählte von einer Gruppe unausgeschlafener, nach Schweiß und Bier stinkender Kerle, die nun von ihr Anweisungen erwarteten, darüber aber diskutierten und natürlich zurück in die Firma mussten, um Material zu holen. Und bei dem Projekt geht es um alles andere, als eine Spülmaschine. Kommt bekannt vor? Dachte ich mir 😉
    LG

    • hamburgerdeern84 Januar 27, 2014 um 10:40 pm #

      Wow. Im richtig großen Stil also.
      😉 LG

      • Holger Januar 29, 2014 um 10:37 pm #

        Moin, ich denke wir hier bei uns in Deutschland sind da echt mega verwöhnt. Wenn wir einen Handwerker bestellen kommt der nämlich meistens sogar. ich habe eine Kollegin, die in Kroatien beheimatet ist. die erzählte mir, dass man einen Handwerker anruft und ihn fragt, ob er mal vorbeikommen und sich etwas ansehen kann. Dann sagt der, er käme nächste Woche. Danach hofft man, dass er innerhalb von 3 Wochen mal vorbeikommt. Wenn nicht, ruft man auf gar keinen Fall nochmal an, dann ist der beleidigt und kommt gar nicht. Ob das wirklich stimmt, weiß ich nicht, aber meine Kollegin ist von den Handwerkern hier begeistert und wundert sich immer, wenn bei uns einer einen Anfall bekommt, weil der Handwerker 30 Minuten verspätet ist :-))

      • hamburgerdeern84 Januar 29, 2014 um 11:47 pm #

        Haha, ja da jammern wir wohl auf sehr hohem Niveau. Also darauf warten, dass die werten Handwerker sich überhaupt erstmal blicken lassen, möchte ich auch nicht.
        Danke für diesen vergleichenden Einblick 😉

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