„Ich bin so gut“

27 Mrz

Ach ja, einige Leute sind wirklich zu beneiden. Sie wissen, was sie wollen und leben auch noch danach. Sind zum Beispiel beruflich genau da angekommen, wo sie hinwoll(t)en und strahlen rundum aus, „ich bin glücklich“. Ist das alles nur Show? Oder gibt es das wirklich? Und wenn ja, wie lange hält es vor? Es ist ja eine Sache, gut zu sein. Eine andere, das auch zu wissen (was ich total toll finde). Aber es ist wiederum noch eine ganz andere Sache, dieses Wissen um das eigene Können (oder vielmehr Angekommen-Sein) auch noch offen auszusprechen! Der Hammer. Du kannst als Zuhörer überhaupt kein Feedback geben, da dein Gegenüber ja schlicht nicht auf deine Zustimmung angewiesen ist. Und stimmst du nicht zu, interessiert es ihn oder sie ja auch nicht, weil er oder sie so im Reinen mit sich selbst ist.

Ja, wenn man gut ist, darf man das ruhig auch mal sagen. Das ist in unserer Kultur nun mal nicht so verankert, wir machen uns lieber klein, sind bescheiden, warten auf Bestätigung von außen. Egal, ob wir tatsächlich an uns glauben oder nicht. Es gehört sich einfach so. Und ich denke, das ist eigentlich schlecht. Viel besser wäre es wohl, ehrlich mit sich selbst zu sein und zu differenzieren. Das Außen und das Innen miteinander abzugleichen und in ein Gleichgewicht zu kommen, das der Realität annähernd entspricht. Zu wissen, wo man wirklich hin will: kurz-, mittel- und langfristig. Das ist ja für viele schon mal eine schier unlösbare Aufgabe oder zumindest eine, die eine lange Zeit in Anspruch nimmt. Oder die über einen langen Zeitraum einfach verdrängt wird.

Wie viel Feedback ist gut? Sollte man es komplett annehmen oder komplett ausblenden? Kann wirklich irgendjemand vollständig ignorieren, was andere Menschen zurückspiegeln oder so von sich geben, auch wenn sich alles in uns dagegen sträubt? Und ist der Weg nicht irgendwie gleichermaßen gekennzeichnet durch Erfolg, Misserfolg, den inneren Kompass und Glück (haben)?

Und was mich am meisten irritiert: Wenn man davon ausgeht, dass ein offenes Denken (i.S.v. flexibel bleiben und hinterfragen) frei macht, kann man dann wirklich daran festhalten, dass man irgendwo angekommen ist? Oder muss man dann immer wieder neu ins Gleichgewicht finden, damit es „echt“ bleibt?

Ein älterer Text, aber zeitlos für mich…

 

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2 Antworten to “„Ich bin so gut“”

  1. guinness44 März 27, 2014 um 6:50 pm #

    Sensationell und völlig zeitlos. Den kannst Du auch in 10, 20 und 50 Jahren Posten. Ich bin immer wieder skeptisch bei Menschen, die behaupten, dass alles super ist. Wenn sie es nötig haben darüber zu sprechen, dann liegt meist etwas im argen. Die richtig Glücklichen müssen nicht darüber sprechen. Man sieht es ihnen an.

    Sollte man mit anderen trotzdem sprechen? Absolut. Interaktion mit Menschen ist immer gut und hilft die eigene Situation einzuordnen. Sie halten einen am Boden, wenn es zu gut läuft und sie zeigen in grauen Stunden, dass nicht alles schwarz ist.

    Kann man immer glücklich sein? Ich denke nicht. Ich komme in meinen ganzen Leben auf vielleicht 4-5 Momente wo ich wunschlos glücklich war. Das hielt maximal 24h an. Ich war danach nicht unglücklich aber auch nicht 100% zufrieden. Ja, es war und ist jammern auf hohem Niveau und ja ich kenne niemanden mit dem ich tauschen wollte, aber es ist nicht 100%.

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  1. Glücksmomente | Omnis amans amens - April 2, 2014

    […] bereits vorher die liebe Hilde in abgewandelter Form über das Glück schrieb und auch die liebe Nadine einen alten Eintrag neu gepostet hat von dem ich sage, dass man ihn auch noch in vielen […]

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