Offener Krimi – ein Aufruf

29 Mai

Ich bin heute auf der Suche nach einer guten Idee.

Der Mann und die Frau hielten sich an der Hand und schlenderten über – oder besser gesagt durch – den feinen Sand. Diesen jährlichen Ausflug genossen sie beide wohl mehr als jeder andere aus der Gruppe. Nur hier konnten sie sich zeigen, was sie wirklich füreinander empfanden. Während also die Partner seelenruhig vor sich hin schnarchten, trafen sich die Frau und der Mann im Mondschein an ihrer Bank und gingen von da aus zügig hinunter zum Strand. Eine Stunde, manchmal auch zwei, nahmen sie sich vom Rest der Welt. Doch in diesem Jahr war der Mann mürrisch. Er beschwerte sich darüber, wie schwer es sich im weichen Untergrund vorankommen ließ. Die Frau fragte sich, ob alles in Ordnung sei. Ob er wohl ihre heimlichen Ausflüge bereute? Als sie gerade beschlossen hatte, mit ihm zu reden, sprang eine Gestalt hinter dem alten Bunker hervor, der im Sandstrand verharrte. Hier hatten sie schon oft gestanden und miteinander philosophiert. Ob der Bunker wohl vermodern würde, ob er langsam im Sand versank – all die Rätsel ihrer kleinen, gestohlenen, Welt hatten sie hier aufgeworfen und betrachtet.

Die vermummte Gestalt blieb stehen und richtete eine Waffe auf die beiden. Der Mann und die Frau ließen sich los und machten Anstalten, ihre Habseligkeiten zu durchsuchen, als der maskierte Räuber einen Schuss abfeuerte. Leider traf er das Opfer in den Bauch, so dass es noch eine ganze Weile dauerte, bis es schließlich starb. Begleitet von vielen Tränen und Fassungslosigkeit. Der Vermummte war inzwischen über alle Dünen.

Frage an euch: Wer ist das Opfer und warum musste es sterben?

 

 

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9 Antworten to “Offener Krimi – ein Aufruf”

  1. gerritjanappel Mai 29, 2014 um 9:13 am #

    Das Opfer ist der Mann, der einen unehelichen Sohn hatte. Jahrelang hat er dem unehelichen Sohn wieder und wieder versprochen, reinen Tisch zu machen, dem Jungen die Familie zu geben, die er nie hatte. Aber der Mann hat sich immer wieder herausgewunden.

    Der verrottende Bunker ist die Metapher für die verrinnende Zeit: Der Mann ist alt geworden. Sehr alt. Um in einer Metapher des Chirugen Sauerbruch zu sprechen: „Der Gevatter Tod ist noch nicht im Zimmer, aber er geht schon ums Haus.“ Mürrisch ist er, die flehenden Nachrichten des Sohnes immer dringender wurden.

    Mit dem dramatischen Überfall wollte der Sohn ein Zeichen setzten, dass es irgendwann zu spät sein könnte. Die losgegangene Kugel war letztlich ein Unfall, darum die vielen Tränen: Während die Frau im Schockzustand nur hysterisch schreien konnte, hat der Sohn noch versucht, dem Mann zu helfen. Als er einsehen musste, dass die Hilfe nichts bringen konnte, ist er geflüchtet. Er hat sich nicht zu erkennen gegeben, weil die Frau letzten Endes nicht schuld am Auskneifen ihres Mannes war. Also wollte er sie auch nicht büßen lassen und ist getürmt. Mit dem, was er getan hat, muss er selber fertig werden – die Frau sollte zumindest einen lauen Trost haben, dass ihr Mann „nur“ das Opfer eines Raubüberfalls geworden ist. Mit dem Geheimnis des unehelichen Kindes wollte er sie *nun* auch nicht mehr belasten.

  2. nandalya Mai 29, 2014 um 10:44 am #

    Das Opfer ist natürlich Heinz Hintermoser, der korrupte Stadtrat von der Knaller-Partei. Sterben musste er, weil ihm die Knalltüten ausgegangen sind. 😀

    *scnr* 😉

  3. trina59 Mai 29, 2014 um 11:09 am #

    Der Mann war mürrisch. Er wehrte sich dagegen, sich auf die vertraute, liebevolle Zuwendung seiner heimlichen Geliebten einzulassen. Vor ihrem Treffen hatte sie ihm eine Email geschickt, ihm mitgeteilt, dass sie sich von ihrem Mann scheiden lassen wolle. „Endlich frei sein für Dich“, hatte sie geschrieben, und „wir können es uns gut gehen lassen. Es gibt keinen Ehevertrag und ich werde die Hälfte vom Haus und von der Agentur kriegen, die Kinder und Unterhalt. Soll er bluten für seine Lieblosigkeit!!! Wir werden unsere Liebe leben können, ohne uns je über Geld sorgen zu müssen.“

    Gerade gestern hatte seine eigene Frau ihm eröffnet, dass sie schwanger sei. Nach 15 Jahren Ehe. Obwohl er seine Frau schon lange nicht mehr liebte, hatte er sich über die Nachricht gefreut. Seine Frau in die Arme genommen und in diesem Moment gewusst, dass er sie nicht verlassen würde.

    Nun also war er am Strand mit der Frau, die er liebte, während ihre Partner schliefen. Er würde es ihr am Bunker sagen, dass dies ihr letztes Treffen sein würde. Dass er ihr alles Gute wünsche und dass sie sich das mit der Scheidung noch mal überlegen solle. Hoffentlich würde sie ihn gehen lassen.

    Er hob grade an zu sprechen, als eine vermummte Gestalt die Pistole auf sie richtete. Die Frau neben ihm begann zu wimmern: „Wir haben nichts, nur unsere Uhren und ein bisschen Geld, bitte, tun sie uns nichts, sie kriegen alles“, und sie begann in ihrer Handtasche zu kramen. Der Mann fühlte alles in sich erstarren. Er kannte die Stimme, hatte sie irgendwo schon mal gehört. Der Vermummte kam näher. Er würdigte die Frau keines Blickes. „Deine Frau bekommt alles, dein Haus, dein Geld und mein Kind“ wisperte er und drückte ab.
    Ein Feuerball breitete sich im Bauch des Mannes aus und während sich sein Blick mehr und mehr verengte, er die Frau in weiter Ferne schreien hörte, fiel ihm wieder ein, wo er die Stimme gehört hatte: gestern erst, als seine Frau ihm den Innenarchitekten vorgestellt hatte, der das Kinderzimmer einrichten sollte.

  4. Zoé Mai 29, 2014 um 12:25 pm #

    Das Opfer hätte eigentlich der Mann sein sollen. Als die Frau es erkannte, warf sich vor ihm und die Kugel traf sie.

    Während sie von seinen Armen glitt, flüsterte sie: „Ich liebe dich!“
    Er jedoch blieb starr vor Schreck. „Sie hat ihre Drohung wahr gemacht“, dachte er und erinnerte sich mit Grauen über die Drohung seiner Partnerin, die geschworen hatte, ihn umzubringen, sollte er sich weiterhin mit seiner Geliebten treffen.
    Obwohl die Frau, die ihn bedingungslos liebte, blutend am Boden lag, ergriff er die Flucht.

    Sie hielt sich die klaffende Wunde am Bauch fest und atmete schwer. Der unerträgliche Schmerz über die Erkenntnis, dass ihre Liebe einseitig war, füllte ihre Augen mit Tränen.
    Mit dem Fluch sich zu rächen, bäumte sie sich noch einmal auf, bevor das Leben endgültig aus ihrem Körper wich.

    Hat echt Spaß gemacht 😉
    Liebe Grüße!

  5. hamburgerdeern84 Mai 29, 2014 um 7:33 pm #

    Wow, ihr hattet wirklich spannende und kreative Ideen! Hat echt Spaß gemacht – euch ja scheinbar auch 🙂 Das freut mich sehr!!!

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