Auf der Flucht

8 Nov

Stell dir vor, du bist acht, es ist Nacht, und du weißt, keiner lacht, der Himmel brennt, durchgemacht, auf und davon, aufgemacht, du hast gedacht, es geht zurück, doch Stück für Stück, neue Welt, keiner hält, nichts mehr wert, und kein Geld, bringt zurück, was du vermisst, neue Welt, neue Menschen, doch es fehlt, was du brauchst, dein Zuhaus, so sitzt du hier, in der Nacht, im lauten Zug, bleibst einfach wach, bis Mama ruft, ein bisschen Schlaf, das tut jetzt gut, langer Weg, doch nichts wird gut, einfach so war alles weg, weggebombt, weggebrannt, und was kommt, ist eine Hand, und ein Schrei, dann geht es los, der Weg ist groß, der Weg ist lang, und es kommen längst nicht alle an, dann stehst du da, das graue Meer, es ist noch da, tagelang, geht nicht mehr weg, wird nie mehr gut, und schließlich kommt ihr an, im Wunderland, doch die Menschen hier sind kalt, keiner fragt, keiner weiß, und doch hast du den Verdacht, auch hier ist Nacht, auch hier ist Angst, eine andere, die du nicht sehen kannst, du bist erst acht, doch als ob das etwas macht, die Häuser stehen leer, keiner gibt etwas her, das Boot sei voll, so sagen sie, doch was das wirklich heißt, fragen sie nie.

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