Ich habe heute leider kein Foto für euch…

26 Feb

Leider? Wohl eher zum Glück. Denn so konnte ich – im Gegensatz zu zwanzig anderen Menschen um mich herum – einfach den atemberaubenden Anblick einer ganzen Wiese voller lilaner Krokusse mitten in Hamburg bewundern. Ich glaube tatsächlich, dass sich mir dieses Bild bis in mein Herz eingebrannt hat, vielleicht nicht auf ewig, aber zumindest bis Übermorgen.

Die gefilterten, abfotografierten Versionen dessen, was für mich noch ein echter Moment im wahren Leben war (auch wenn und vielleicht gerade weil ich ihn ganz alleine genossen habe), mag für die anderen jetzt ein halb „geshared-er“, halb sozialer und zudem ein-gefangener, gefrorener Anblick sein.

Mein Tipp: Bleibt doch zwischendurch einfach mal stehen und genießt das Jetzt und Hier. Macht es zu einer realen Erinnerung oder noch besser – noch nicht einmal das.

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12 Antworten to “Ich habe heute leider kein Foto für euch…”

  1. Pauline Februar 26, 2015 um 10:59 pm #

    So ist es richtig: von ganzem Herzen und mit allen Sinnen genießen, meine Liebe ♥
    Bei mir im Garten würden Dir im Moment auch das Herz und die Augen aufgehen, weil überall die wilden lila Krokusse in Massen blühen, die weißen und gelben dazwischen kann man an einer Hand abzählen 😉
    Ich wünsche Dir eine Gute Nacht mit schönen lilanen Träumen und lieben Grüßen von der ♥ Pauline ❤

    • hamburgerdeern84 Februar 28, 2015 um 4:20 pm #

      Danke dir! Das ist wirklich wunderschön, was sich zur Zeit draußen wieder so auftut 🙂

      • Pauline Februar 28, 2015 um 6:22 pm #

        Ich musste gerade gestern an Deinen Beitrag und an Dich denken, als es einen Stau vor einem Kreisel gab und ich mir in aller Ruhe die kleine Verkehrsinsel in der Mitte anschauen konnte! Alles voller wilder lila Krokusse! 😆 😆

      • hamburgerdeern84 Februar 28, 2015 um 8:16 pm #

        Sehr schön! So hat ein Stau ja auch sein Gutes 😉

      • Pauline Februar 28, 2015 um 8:46 pm #

        Gell, sagst Du auch 😆

  2. Mme Contraire Februar 27, 2015 um 7:38 am #

    Schön, wieder was von dir zu lesen!
    Das Gefühl beim Anblick von Schönheiten welcher Art auch immer wird sich nie auf einem Foto bannen lassen. Worte hingegen – gut, das ist eine ganz persönliche Sicht der Dinge, und ich danke dir für diesen geteilten Moment, der mir ein Bild in den Kopf gezaubert hat, das wahrscheinlich meilenweit von der Realität abweicht, mir dafür aber ein frühlingshaftes Wohlgefühl verleiht. Mission accomplished?
    Herzliche Grüße nach Hamburg!
    Mme C.

    • hamburgerdeern84 Februar 28, 2015 um 4:26 pm #

      Mission auf jeden Fall erfüllt 🙂 Ich muss auch zugeben, dass ich selbst in diesem Moment den Impuls unterdrückt habe, das Handy zu zücken…und ganz dankbar bin, es einfach gelassen zu haben. Herzliche Grüße auch an dich – ich hoffe bei dir scheint ebenso phantasisch die Sonne wie hier.

  3. nandalya Februar 27, 2015 um 1:32 pm #

    Viele Menschen sind (zu) schnell unterwegs. Ich kann auch langam (fahren). 🙂

  4. zander333 Februar 28, 2015 um 2:09 pm #

    Die Fantasie beflügeln lassen durch Worte ist sehr schön, kann aber in der Realität zu großen Abweichungen führen.
    Daher ein Bild sagt mehr wie tausend Worte.

    • hamburgerdeern84 Februar 28, 2015 um 4:29 pm #

      Es geht mir ja gar nicht um das Foto an sich, das einen ganz eigenen Wert hat – oder um die Worte. Es war einfach dieser Moment, den ich gern festgehalten hätte, aber nicht konnte…

  5. Waka Juni 12, 2015 um 7:31 am #

    Trifft’s echt gut. Jetzt, wo jeder Depp ein fotofähiges Handy ständig bei sich trägt, denkt jeder, er wäre der nächste Andy Warhol. Schnell noch einen tollen „motivational text“ drüber und ab auf Instagram damit… oder auf Konzrten: Alles, was man im Publikum noch sieht, sind die Bildschirme der Smartphones, mit denen das Konzert aufgenommen wird. Es nervt einfach nur noch. So als ob diese Leute Angst hätten, nicht wirklich „gelebt“ zu haben, wenn sie nicht jede Sekunde fotografisch dokumentieren würden.
    Ok, im Urlaub fotografieren kann ich verstehen, das mache ich selbst echt gerne. Immerhin sieht man Landschaften, Städte, Menschen, die man so zu Hause im Alltag nicht sieht. Aus Singapur habe ich mehrere hundert Fotos mitgebracht, ebenso aus Island. Die schaue ich mir auch gerne immer wieder mal zwischendurch an (und außerdem muss man die Daheimgebliebenen ja mit stundenlangen Diashows quälen können, nicht wahr? 😉 ). Aber wenn ich alles und jeden im Alltag abfotografiere (möglichst noch mit schlechter Beleuchtung, schlechter Motivwahl und unpassendem Filter versehen), dann verlieren die besonderen Fotos ihren Reiz, weil alles in einer Flut von Bildern untergeht. Einfach mal abschalten, das Handy in der Hosentasche lassen und genießen. Kann doch so schwer nicht sein.

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