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Fragen, Fragen, Fragen!

24 Aug

Nominiert für den Liebsten Blog Award (zu dem man hin und wieder von lieben Mitbloggerinnen und Mitbloggern nominiert wird, aber niemals gewinnt – außer ganz tollen Antworten und Einsichten, Gedanken und hoffentlich Inspiration), antworte ich heute sehr, sehr gern auf die spannenden Fragen von Madame Contraire. Für eigene Fragen reicht meine Kraft und Inspiration heute leider nicht aus.

Vielen Dank, liebe Madame. Ist es wirklich schon fast ein Jahr her? Die Zeit rennt…ich hoffe ebenfalls auf baldige Wiederholung unseres beinahe schicksalhaft anmutenden Treffens im goldenen Oktoberlicht 😉

1.Madame duzt, Madame siezt, Madame ist verwirrt. Wie halten Sie es mit Duzen und Siezen, was bedingt die jeweilige Anrede und was steckt letztendlich Ihrer Meinung nach hinter all dem Formalismus?

Verwirrt bin ich auch des öfteren, besonders, wenn Leute dich beim Vornamen nennen und dann siezen. Da weiß ich absolut nicht mehr zu antworten. Ich verwende dann auch den Vornamen und versuche, dem DU / SIE aus dem Weg zu gehen. Man ist überrascht, wie lange das gelingt. Nicht wahr?

Also grundsätzlich duze ich gerne und schnell. Wenn jemand älter als ich aussieht (also so ab vierzig würde ich sagen), dann fange ich manchmal mit einem Sie an. Letztens hab ich einen Mann an der Kasse neben mir geduzt und den Kassierer (der offensichtlich jünger war) gesiezt. Das hat mich selbst überrascht.

Im geschäftlichen Bereich sieze ich sehr stringent. Das habe ich von einer Freundin übernommen, die in Wien aufgewachsen ist. Sie hat eine absolut selbstverständliche Art, die Form zu wahren und höflich zu sein. Die läuft einem in Hamburg so nicht über den Weg. Die Leute duzen sich, siezen sich, sind verwirrt…sie ist da sehr klar und das liebe ich. Ich finde auch, man bietet das Du an. Von oben nach unten. Punkt.

Ich bin total gerne im englischsprachigen Ausland unterwegs, da kann man alle Leute höflich youzen. In Frankreich wäre ich wahrscheinlich überfordert. Mehr noch als hier.

2.Wenn Sie zurückschauen auf Ihren ersten Blogeintrag, sich Ihre ursprüngliche Intention vor Augen halten, weshalb Sie ein Blog gestartet haben: Haben sich Ihre Ziele im Laufe der Zeit verändert? Haben Sie erreicht, was Sie ursprünglich beabsichtigt haben mit Ihrer Blogidee?

Oh Gott, ich glaube ich wollte witzig sein. Ich wollte meinen Gefühlen Ausdruck verleihen (gefangen in einer Stadt, die ich liebe und hasse – mich selbst gefangen haltend und wohl darum wissend) und außerdem etwas Neues, Interessantes machen.

Im Laufe der Zeit haben sich meine Ziele absolut geändert und irgendwie auch nicht. Ich möchte immer noch witzig sein, aber das ist nicht mehr die Hauptmotivation. Vor allem möchte ich schreiben – ohne Schranken im Kopf. „Tourist im eigenen Leben“ sein. Leider hat mich die Hamburg-Nummer ziemlich schnell ziemlich stark eingeschränkt. Ich habe dann auch einfach über alles Mögliche geschrieben.

Irgendwann öffnete ich noch ein Blog mit englischen Gedichten, gab das aber bald wieder auf. Es schien alles gesagt zu sein.

Habe ich mein Ziel erreicht? Wahrscheinlich habe ich keinen wirklichen Beitrag zur Bloggerszene Hamburgs geliefert, war selten wirklich witzig und auch sonst ist das Ganze etwas eingeschlafen. Zwischendurch ist es immer noch ein gutes Ventil, aber ich schreibe inzwischen regelmäßig woanders. Anonym. Das gibt mir wesentlich mehr Freiheit.

3.Waren Sie schon einmal gedanklich soweit, Ihren Blog wieder zu schließen? Welche Tiefen sind Ihnen als Blogger schon begegnet?

Ja, ein paar Mal. Dann habe ich einfach eine Pause einlegt und festgestellt, dass es okay ist. Wenn man nach Wochen oder Monaten „zurückkommt“, sind die gleichen großartigen Leute wieder oder immer noch da, oft kann man sogar tolle Beiträge „nachholen“ und hat in der Zwischenzeit etwas erlebt, worüber es zu schreiben lohnt.

Ansonsten Tiefpunkte wohl eher in der Hinsicht, dass ich mich verfranst habe. Mehrere Blogprojekte nebeneinander haben nicht so gut funktioniert. Inzwischen schreibe ich hier nur noch unregelmäßig, aber mit viel Spaß – auf der anderen Seite geht es um ganz andere Dinge.

4.Und welche Höhen haben Sie in Ihrem Bloggerleben bereits erlebt? Ein besonders denkwürdiges Blogereignis?

Mein absolutes Highlight war im letzten Oktober, als ich einige Blogger persönlich kennen lernen durfte, unter anderem die phantastische Madame Contraire. Unglaublich, dass das fast ein Jahr her ist…

Außerdem bin ich ganz froh, dass ich mir meine eigene Strenge genommen habe und nur noch zum Spaß blogge.

5.Wenn Sie anonym bloggen: Lassen Sie Menschen aus Ihrem realen Umfeld in den Genuss Ihres Blogs kommen? Warum nicht?

Nein, denn die sollen hier mitlesen. Anonym schreibe ich, um völlig frei von den Themen hier zu sein und ohne im Hinterkopf zu haben, für jemanden zu schreiben.

6.Haben Sie sich schon einmal gewünscht, einen Blogbeitrag nie veröffentlicht zu haben?

Absolut. Einmal habe ich panisch darüber geschlafen, um am nächsten Morgen festzustellen, dass der Beitrag doch ganz okay war.

Einmal habe ich einen Beitrag nach einem Tag gelöscht. Wochen später stellte ich ihn dann wieder ein – der musste einfach reifen.

Einen habe ich sofort wieder gelöscht. Weil ich wusste, wer alles mitliest und niemanden verletzen wollte (obwohl die Person interessanterweise nie direkt mitgelesen hat, aber durch andere davon hätte erfahren können).

Einmal hat sich jemand angesprochen gefühlt, der gar nicht gemeint war – da habe ich gelernt, loszulassen. Du weißt nie, was wie von wem auch immer aufgenommen wird.

7.Wie viele unveröffentlichte Beiträge liegen noch in Bearbeitung, wie viele davon werden es voraussichtlich zur Veröffentlichung schaffen?

Nicht so viele. Vielleicht zwei. Wenn ich etwas scheiße finde, lösche ich es sofort. Die beiden liegen wahrscheinlich nur noch rum, weil ich die Idee immer noch gut finde, aber keine Lust habe auf die Umsetzung.

8.Inspiration, Technik, Ritual, Zeiteinteilung. Wie schreiben Sie?

Ein Thema zum Heulen. Ich möchte gerne regelmäßig schreiben, schaffe es auch zeitweise. Dann wieder schreibe ich an ganz anderen Dingen als ich eigentlich wollte. Es ist also noch sehr infantil. Wobei ich nicht weiß, ob ich wirklich erwachsen schreiben möchte…

9.Mögen Sie Kuchen?

Klar mag ich Kuchen. Das einzige was noch besser ist als Kuchen, ist Kuchenteig. Oder Eiscreme. Oder Schokolade.

Oh, ich weiß es: Schokoladeneistorte!!!

10.Wie lautet die Frage, die Sie schon immer einmal gerne gestellt bekämen? Sie dürfen Ihre Antwort darauf natürlich gleich mitliefern, wenn Sie möchten.

Auf die Gefahr hin, einen wirklich guten Flow zu unterbrechen: Ich weiß es gerade nicht. Ich denke aber weiterhin darüber nach und werde die Frage bei Gelegenheit nachliefern.

Wer Lust hat, darf sich auch eine ausdenken 😉

Vom Wert einer Socke

13 Jan

Da saß sie in der Bahn und strickte eine Socke. Mit verschiedenen Nadeln, die das fragile Gewebe von Maschen hielten – spontan fiel mir ein, wie schrecklich und schön doch das „Aufrippeln“ sein konnte. Sie strickte so mühelos und konzentriert, dass sie vollkommen gefangen und absolut frei im gleichen Moment zu sein schien. Ich hatte schon öfter Frauen (seltener Männer) stricken sehen. Auch in der Bahn war der Anblick nichts Ungewöhnliches. Aber diese Socke hatte schon richtig Struktur und Substanz, man erkannte, was es mal werden sollte. Die Wolle zauberte ein schönes Muster, das sich erst durch das Stricken selbst offenbarte. Die Maschen waren spielerisch angelegt. Mal war der Stoff weicher, mal aufgewellt. Beinahe geflochten.

Auch wenn sie es wahrscheinlich nur nebenbei tat, die Zeit überbrückte, die andere verlasen oder vor sich hinstarrend verbrachten – in dieser Socke steckte so viel Arbeit. Liebe.

Wo war die andere Socke? fragte ich mich. Lag sie schon fertig zuhause und wartete? Oder musste sie erst noch gestrickt werden? Oder war sie in der Handtasche versteckt, als stille Erinnerung?
Hatte die Frau, bevor sie mit dem Stricken anfing, eine Schuhgröße in Maschen umgerechnet, oder entstand die richtige Länge einfach? So „dabei“? Allein deshalb würde ich niemals anfangen, eine Socke zu stricken. Und selbst wenn die erste einigermaßen sockig aussehen würde, was wäre dann mit der zweiten?

Im Laden bekommen wir ein Paar Socken für wenige Euro. Der Bequemlichkeit halber sogar zehn Paar in einem Pack, wenn man es möchte. Sie sind so verfügbar, dass sie heutzutage nicht einmal mehr gestopft werden, außer es handelt sich um Lieblingssocken. Selbst das Stopfen könnte ich nicht. Erst wenn wir richtig viel Geld zahlen müssten, wüssten wir wieder um den Wert einer Socke.

Aber es liegt noch etwas anderes in dieser Handarbeit. Das Gefühl, geerdet zu sein, vielleicht. Zur Not (oder eben auch völlig ohne) Socken stricken zu können. Sich selbst zu versorgen, unabhängig zu sein. Wahrscheinlich spielt das alles für die strickende Frau gar keine so große Rolle. Sie wird immer noch die meisten ihrer Socken in Geschäften kaufen, wahrscheinich sogar das selbstgestrickte Stück verschenken. Anderen etwas zu geben, was man selbst gemacht hat, vergrößert den Wert ja noch. Und manchmal sind wir es uns selbst auch einfach nicht wert. Was schade ist, nebenbei bemerkt.
Die Frau wird vielleicht stricken, weil sie sich entspannen will, ihre Hände beschäftigen möchte und sich am Ende über das Ergebnis freut. Jeder Grund ist mir genug, denn sie hat auch mich berührt durch ihre Tat.

Die Verwandlung von einem Wollknäuel in eine Socke. Wahnsinn, oder?

Was dich erwartet, hier

10 Jan

Eine stürmische Welt und ein warmes Zuhause

Verrückte Köpfe und Mut im Hass

Tausend Ideen und Leidenschaft für dieses Leben

Bereits seit Jahren geplanter Spaß

Laute und leise Töne und Tänze

Ganz viel Nähe

und Sandkasten, Gras

Wer weiß wie es wird

aber es wird eins: Krass.

Schneekugel-Kopf

21 Dez

Honig ist es nicht, in meinem Kopf. Um es mal mit Til Schweiger zu sagen. Es ist nur Schnee. Geschüttelt, nicht gerührt. Obwohl ich sehr gerührt bin, von diesem ganzen Weihnachtszeug.
Es ist mal wieder alles neu, in Bewegung, leer und voll zugleich.
Und dann fällt mir auf, dass es genau dieser Zweck ist – eine Schneekugel will ja geschüttelt werden.
Die Flocken wollen tanzen und fliegen und sich legen und dann steht die Welt wieder Kopf – und der Kopf stellt sich der Welt. Bis wir irgendwann genug haben und sie im Regal verschwindet – nur die Skyline noch halbwegs sichtbar und auch sie vermengt sich irgendwann mit dem Hintergrund.
Also dann: Augen auf, lasst den Zauber wirken. Der immer wieder aufs Neue die Dinge durcheinander wirbelt.

Dankbar

10 Okt

Zeit nehmen, um Traumpfade zu beschreiten. Eine Mischung aus purem Luxus und Realitätshammer. Die Sonne scheint mir ins Gesicht, aber der Hammer schwingt an jeder Ecke auf mich nieder. Hier steht ein neues Haus, da fehlt ein Baum. Gott sei Dank, die Enten sind noch da. Wenn es sich auch vermutlich um Nachfahren in der zehnten Generation handelt. Aber man nimmt, was man kriegen kann.
Nachts beschreite ich die alten Pfade. Sie verkleiden sich natürlich, aber ich erkenne sie wieder. Jetzt, wo ich die echten Wege meiner Kindheit beschreite. Eine der schönsten und kitschigsten Erinnerungen sind die Sonnenstrahlen, die durch Blätter und aufs Wasser scheinen. Eine Ente sitzt auf einem Baumstamm im Wasser und schläft, döst. Vielleicht watschelt sie gerade auf ihren eigenen Traumpfaden.
Die Magie entfaltet sich in diesem Moment, weil sie sich über die Zeit legt. Die Distanz erweckt sie zum Leben und verbindet die Elemente meines miteinander.

Die Regeln der Freundschaft

8 Okt

Wir sind eins, wir sind verschieden.
Wir sind hier und doch getrennt.
Du bist so sehr das, was ich nicht verstehe
und an anderen Tagen bin ich deine Wand.

Du hast deine Regeln, ich hab meine,
glücklich sind die, welche sie einfach vergessen.
Die Regeln der Freundschaft sind wie die Regeln der Liebe:
überflüssig im wichtigsten Moment.

Alles konstituiert sich erst im Augenblick der Wahrheit
und so kommt die Wahrheit über dich und mich
ans Licht.

Über das „Ja“

7 Sep

Wer sich öffnet, kann nichts mehr festhalten.

Alles fließt. Du öffnest dich und siehst, spürst, nimmst wahr.
Doch diese Wahrheit, die du nimmst, zeigt sich in all ihren Facetten.

Nur wenn du dich verschließt – um „nein“ zu sagen, um etwas festzuhalten, um einen Aspekt zu beleuchten (und ihn damit auszubleichen), um den Moment einzufrieren, die Welt anzuhalten – spürst du, dass du keine Kontrolle hast.

Du kannst dich geben, dich öffnen, „ja“ sagen.
Alles andere ist ein Geschenk, ist ein Verlust – ist, was es ist.

Das „Ja“ macht Angst. Aus Reflex werden manchmal neue Grenzen abgesteckt. So sind wir Menschen.

Aber genau das meint dieses „Ja“: Vertrauen.