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Flucht

20 Mrz

Vom Papier, denn Gedichte sollten sich besser handgeschrieben ausmalen

Flucht weg von hier, denn solange schon ist es der Weg

Flüchtiger Fluch, von einst bis hier und heute noch nicht überwunden

Flucht doch der Vater noch bis in die Nacht

Rennen wenn die Sonne aufgeht, nur sind die Krähen schneller

Das Tempo egal im Angesicht der ewigen Steine, längst wartend auf uns

Flucht ohne Sinn, denn es gibt kein Wohin

Nur wovon und auch das hat sich nun wohl geklärt

Flüchtlinge immer noch und immer wieder wie eh und je

Niemals hätten wir gedacht dass hier das Ende der Reise wär.

Bauen, konstruieren und erzählen…

20 Aug

Das Ge-Schichte kann einem schon ganz schön auf die Nerven gehen. Wenn eine auf die andere gelegt wird, oder wir sie nacheinander abtragen.

 

Gestern war auch „jetzt“

22 Jul

Außerhalb der Zeit

Verfallen wir

In halb-wertiges

Dabei ist der Wert doch ungebrochen Ganz

 

Respekt der Geschichte

Vielleicht verhindert die Präsenz von Gestern

In der Zukunft den gleichen Fehler

 

Denn wenn wir die Vergangenheit als irrelevant, verblasst, überlebt

ansehen – wie soll denn die Gegenwart einen Wert haben

Vor dem Morgen?

 

Liebe statt Angst

9 Jul

Eines Tages stand es da. Wie von Geisterhand aufgebaut. Oder von irgendwelchen Schulkindern. Es hatte definitiv Projektstatus, so unperfekt war es. Mitten auf dem Platz stand es ganz frech herum, mit seinen dünnen Wänden aus Wellblech. Dahinter waren die schönen Glasfassaden zu sehen, die ordentlichen und immer aktuellen Schaufensterauslagen. Hochglanzposter im Reisebüro, teure Kleidungsstücke in der Boutique. Und dann das. Einfach diese komische kleine Hütte. Und keiner wusste, was das Ganze sollte.

Ein paar Tage später hatte das Häuschen ein Schild, handgeschrieben natürlich. „Das Tauschhaus“ stand darauf. Ich ging langsam dran vorbei, in beiden Händen hielt ich meine Einkäufe, und kurz überlegte ich, stehen zu bleiben. Doch das war es nicht wert. Vielleicht würde hier jemand einen Flohmarkt veranstalten. Was ging es mich an. Das würde schon bald wieder weg sein.

Am nächsten Morgen ging ich wie gewöhnlich meine Zeitung und Brötchen kaufen. Seitdem ich Rentner war, genoss ich dieses Ritual. Das war meine Freiheit. Für gewöhnlich lief ich dabei quer über den Platz, sah mir ringsherum die Geschäfte an, grüßte hier und da jemanden und ging dann einkaufen. Erst in den Kiosk und dann zum Bäcker.

Doch seit dieses komische Haus da stand, ging das nicht mehr. Ich musste nun in einem Bogen gehen. So machte es keinen Sinn mehr, erst zum Kiosk zu gehen, denn ich kam fast direkt am Bäcker vorbei. Also ging ich zuerst zum Bäcker. Als ich anschließend mit meiner Brötchentüte im Kiosk stand, hatte ich keine Hand frei, um in den Zeitschriften zu stöbern. Der ganze Tag war quasi im Arsch. Ich griff meine Zeitung und ging schlecht gelaunt wieder zur Tür hinaus. Als ich am „Tauschhaus“ vorbei ging, fiel mir ein zweites Schild ins Auge. Die Tauschregeln. Man sollte seine alten, aber noch heilen Sachen ins Häuschen legen und sich dafür das mitnehmen, „was man brauchte“. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich hiervon irgendetwas brauchen würde. Allerdings war es eine gute Gelegenheit, mal meinen Keller auszuräumen.

Es sollten außerdem keine Lebensmittel hineingestellt werden, sondern nur Bücher, Kleidung (gewaschen) und Haushaltsgeräte.

Das Haus war dunkel und sah ungemütlich aus. Ich fragte mich, wie lange es hier stehen bleiben sollte. Die ersten Frauen gingen schon ein und aus, die meisten brachten Dinge, anstatt etwas mitzunehmen. Ich ging nach Hause und beschloss, dieses unangenehme Gebilde zu vergessen.

Doch jeden Morgen musste ich wieder am Tauschhaus vorbei gehen. Obwohl ich zunächst zum Bäcker kam, ging ich aus praktischen Gründen weiter zum Kiosk und dann noch einmal zurück zum Bäcker. Dann ging ich wieder in großem Bogen am Schandfleck unseres kleinen Einkaufszentrums vorbei.

Als das Ding schon zwei Wochen dort stand und der Betrieb auf Hochtouren lief, brachte ich eine alte Bohrmaschine und eine Handvoll Bücher ins Tauschhaus. Es interessierte mich schon, wie das Ding von innen aussah. Wie ich es mir gedacht hatte: Dunkel und eng. Kleidungsstücke lagen auf Tapeziertischen oder hingen an Kleiderstangen. Außerdem lagen und standen überall Bücher herum. Auf dem Fußboden standen Kartons und Wannen, aus denen Haushaltsgeräte heraus ragten. Ich legte meine Bohrmaschine zu einem Mixer und die Bücher auf einen Stapel alter, vergilbter Hefte. Dann ging ich schnell wieder an die frische Luft.

Am nächsten Tag war das hässliche Wellblechhaus plötzlich bunt. Jemand hatte es angemalt! An den Seitenwänden ragten in riesiger Schrift im Graffiti-Stil die Worte „Tausch-Haus“ und „Liebe statt Angst“ hervor. Darunter waren zwei Figuren zu sehen, die offensichtlich einen männlichen und einen weiblichen Roboter darstellen sollten. Der Roboter-Junge hielt dem Roboter- Mädchen eine Blume entgegen. Sollte das jetzt etwa bedeuten, dass dieses Ding hier stehen bleiben sollte? Ich rief sofort die Stadtverwaltung an. Eine junge Frau antwortete am anderen Ende der Leitung. Ich schilderte ihr das Projekt und fragte nach seinem Status.

„Ach das Tauschhaus, ich weiß schon. Ist es nicht wunderbar?“ Ich antwortete nicht. Sie musste meiner Anfrage doch entnommen haben, dass ich es ganz und gar nicht wunderbar fand. „Also das hat der Bürgerverein gegründet, es finanziert sich komplett aus Spenden. Die Stadt hat dann allerdings die Standgebühr erlassen, so dass es nun quasi keine Kosten mehr produziert. Es kümmern sich Freiwillige darum, dass alles sauber und ordentlich bleibt.“

Ich konnte es nicht fassen. „Soll das etwa heißen, das Ding bleibt dort auf Dauer stehen? So sauber und ordentlich ist es nämlich gar nicht, wissen Sie? Das kann ja kein langfristiger Zustand sein.“

Sie ließ sich nicht von ihrer Euphorie abbringen. „Der Bezirk bekommt sogar einen Preis für das Projekt. Das Geld fließt wiederum direkt in die Jugendarbeit.“ Das war ja alles schön und gut, aber so was hätte man ja auch direkt mit Spenden unterstützen können. Dazu musste ja kein Dauerflohmarkt mitten in unserem Einkaufszentrum den schönen Platz verschandeln. Ich legte wütend den Hörer auf.

Am nächsten Tag ging ich zum Bäcker und merkte dann, dass ich vergessen hatte, zuerst meine Zeitung zu kaufen. Wütend knallte ich der Kassiererin das Geld auf den Tresen. Es interessierte mich nicht, dass die anderen Kunden mir komische Blicke zuwarfen. Ich hatte ein Recht auf meine Wut! Ich hatte ein Recht auf meine Freiheit! Warum mussten diese bescheuerten Leute ihre alten Klamotten in diesem frechen Klotz mitten auf meinen schönen Platz bringen? Konnten sie nicht wie alle anderen auch zum Altkleidercontainer laufen? Und über die Bücher hätte sich auch die Bücherhalle gefreut. So wurden sogar noch Arbeitsplätze gefährdet! Ich bekam mich gar nicht wieder ein. Ich überlegte, ob ich einen wütenden Brief an die Stadtverwaltung schreiben sollte. Nein, besser noch, ich würde direkt Unterschriften sammeln.

Ich sprach mit meinen Nachbarn, zog von Haus zu Haus und redete mit allen über die Situation. Doch auch wenn sie alle mehr oder weniger meiner Meinung waren, wollte keiner unterschreiben. „Es wird schon nicht ewig da stehen“, sagten sie. Oder „So schlimm ist es ja schließlich nicht. Es sieht doch ganz niedlich aus.“ Ich hätte kotzen können. Sie sahen einfach nicht ein, dass sich das Problem nicht von alleine lösen würde.

Drei Tage noch zog ich jeden Tag meine morgendliche Runde über den Platz und jeden Tag wurde ich wütender.

 

Dann verrauchte die Wut.

Am vierten Tag trat ich vor die Haustür und die Sonne schien. Ich atmete tief durch. Langsam ging ich zum Einkaufszentrum. Als ich die große Menschentraube sah, die sich auf dem Platz versammelt hatte, setzte mein Herz einen Schlag aus. Auf dem Platz sah ich den großen Aschehaufen – genau dort, wo gestern noch das Tausch-Haus gestanden hatte. Ein Polizist stand gelangweilt daneben und bewachte ein Absperrband. Empörung sah anders aus, dachte ich mir. Die Leute waren offensichtlich aufgeregt, aber es schien fast eine freudige Erregung zu sein. Endlich war hier mal etwas passiert! Ich ging weiter zum Kiosk, meine Schritte schon etwas leichter als zuvor.

Ein paar Tage später zeugte nichts mehr von dem einstigen Projekt, außer einem schwarzen Fleck auf dem Boden. Doch der Regen würde auch den irgendwann hinwegspülen. Und dann wäre alles wie immer.

Keine Blechhütte würde die schönen Fassaden verdecken, kein Müll mehr von den Leuten aus ihren Kellern hervorgeholt und ausgetauscht werden. Ich konnte endlich wieder ganz in Ruhe meine morgendliche Tour gehen. Erst zum Kiosk, dann zum Bäcker.

Gastbeitrag der Katze…

14 Aug

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Kurzgeschichte Teil 2

21 Mai

In Wirklichkeit habe ich meine Großmutter nie kennen gelernt. Sie ist vor zwei Wochen gestorben und ich habe davon bloß am Rande erfahren. Im Prinzip interessiert es mich nicht, wer sie war. Ich denke mir solche Geschichten bloß aus, weil ich es kann. Weil sich die Möglichkeit bietet. Sie hat nichts mit der Realität zu tun – zumindest nicht, so weit ich weiß. Und wenn doch, ist es auch egal.

Ich bin eine notorische Lügnerin. Ich habe schon als Kind gelogen – nicht nur, um mich vor Strafe zu schützen und mir Aufmerksamkeit zu erschleichen, sondern auch, um mich und vor allem die Welt interessanter zu machen. Was letztlich wieder zur Aufmerksamkeit führt. Und genau da liegt auch mein Problem: Ich bin mit meiner Aufmerksamkeit so sehr bei meinen Lügengeschichten, dass ich kaum noch welche für die reale Welt übrig habe. Eine erfundene Geschichte kostet nämlich unglaublich viel Konzentration und Kraft. Das Aufrechterhalten von Konstrukten ist um einiges schwerer und anstrengender als das Merken von tatsächlich passierten Geschehnissen. Nach den Lücken fragt in der Realität keiner. Und wenn doch, lässt sich das schon füllen oder ablenken. Aber wehe, es taucht ein Fehler in der Lüge auf! Sie droht sofort zusammenzubrechen. Das liegt nicht nur daran, dass Unregelmäßigkeiten oder Widersprüche die Logik und den Fluss einer Geschichte gefährden. Schließlich sind wir Menschen voller Widersprüche. Zur Not könnten wir die Lüge immer irgendwie retten. Aber dann müssten wir uns mit ihr identifizieren – und sie wird zur Wahrheit, verliert ihre Funktion.

Vor allem ist eine Lüge aber auch so fragil, weil wir schon so viel Energie in sie investiert haben. Wenn dann Fehler auftauchen, ist sie es manchmal einfach nicht mehr wert, aufrechterhalten zu werden. Solange sie uns leicht von den Lippen geht, kostet eine Lüge nicht viel und gibt uns sogar etwas. Die Freude an einer guten Geschichte oder das Gefühl, die Welt zu beherrschen. Wir schreiben die Geschichte. Natürlich nicht die echte, das wäre ja ganz schön vermessen.

Aber die Wahrheit kann uns erleichtern, wenn eine Lüge „auffliegt“. Nicht nur aus moralischen Gründen, wie wir uns so gerne einreden. Das Aufgeben der Lüge verschafft auch Erleichterung, da wir nicht mehr so hart dafür arbeiten müssen. Sondern einfach mal durchatmen, einfach nur da sein. Die (Neu-)Erschaffung der Welt ist auf Dauer immerhin ziemlich anstrengend.

Kurzgeschichte Teil 1

19 Mai

Meine Großmutter wartete auf ihn, jede Minute an jedem gottverdammten Tag, den er nicht da war. Er war in den Krieg gezogen. Und so, wie die Männer voller Stolz mit einem gerade der Pubertät entwachsenen Gesicht breit grinsend ihre Taschentücher schwenkten, während sie halb bewusst und halb schockgefroren vor Angst ganz unauffällig den Finger zum Lauf ihrer Waffe führten, nur um kurz sicherzugehen, dass sie nicht träumten, saß sie auf ihrem Bett und weinte ihr Taschentuch voll. Meine Großmutter war eine starke Frau, die jedoch ihren Gefühlen freien Lauf lassen konnte, wenn es darauf ankam.
Innerlich schrie sie immer wieder warum, doch äußerlich kam kein Laut über ihre Lippen. Nachdem sie sich eine halbe Stunde ihrer Verzweiflung über das Leben und Sterben hingegeben hatte, straffte sie ihr Kleid, steckte das Taschentuch in ihre Tasche, entschied sich dann, es gegen ein frisches auszutauschen und trat schließlich vor die Tür, um die Hühner zu füttern.

Mein Großvater hatte sie nicht alleine gelassen. In ihr wuchs neues Leben heran. Ein laut plärrendes Baby, das sie jeden Tag zum Aufstehen und Funktionieren zwang. Die Gedanken an meinen Großvater drängte sie immer weiter in ihr Hinterbewusstsein. Das Kind wurde größer und das Leben war das Leben.

Sie wartete und gleichzeitig hoffte sie auf Erlösung vom Warten. Eines Nachts kam ihr der furchtbare Gedanke, dass jede Nachricht besser wäre als keine Nachricht. Doch dem Schlund der Dunkelheit setzte sie geistesgegenwärtig das grelle elektrische Licht einer blassen Röhre entgegen, das ihr zudem die ungeschminkte Wahrheit über ihren körperlichen Zustand bescherte.

Andere Frauen waren tapfer, arbeiteten den lieben langen Tag oder zogen den Nachwuchs groß. Meine Großmutter verbrachte die meiste Zeit damit, sich nicht anmerken zu lassen, dass sie Angst hatte und ihren Mann vermisste. Die Milch holen – ein Akt der Normalität. Die Eier einsammeln und zählen – Mathematik gegen den Wahnsinn. Das Kind baden und in die Stadt zum Einkaufen fahren – bloß nicht auffallen.

Und so ging es sieben lange Jahre. Der Krieg war längst vorbei, aber es gab keine Nachricht von Großvater. Ihre Schwester stellte sie einem netten jungen Mann vor, doch meine Großmutter war entrüstet. Sie war empört. Sie war außer sich. Und schließlich gestand sie ihrer Schwester unter Tränen, dass wohl jede Nachricht besser sei als keine Nachricht. In den Armen ihrer Schwester wurde der unterdrückte, unglaubliche Gedanke endlich zu einem legitimen Wunsch.

Und dann kam er nachhause.

Ihre Augen trauten ihrem wild springenden Herzen kaum, ihre Ohren setzten einen Moment lang aus und der stumme Schrei von damals, als sie so bitterlich geweint hatte, ganz allein in ihrem Bett, entlud sich mit aller Kraft.

Mein Großvater weinte nur.

Als sie versuchten, die Fetzen einer jungen, zerrissenen Liebe wieder aneinander zu nähen, die Illusionen einer verflogenen Jugend und eines zerbombten Glaubens einzufangen und die Scherben ihrer Träume einzusammeln, merkten sie, dass es gar nicht so einfach war. Er war zurückgekommen und doch war er nicht mehr derselbe. Der Mann, den sie hatte gehen lassen, war irgendwann in den 2.578 Nächten verloren gegangen. Wahrscheinlich schon während der wenigen ersten.

„So oft hat der Mond unsere Erde umkreist, so oft ist die Sonne untergegangen. So viele Menschen haben seinen Weg gekreuzt und ihn für immer verlassen. Wie konnte ich nur erwarten, den Mann wieder zu sehen, der damals ging?“ Sie wandte sich anderen Gedanken zu, sorgte für Kleidung und Essen und hoffte, dass sich die Teile wieder zusammenfügen würden. Doch wie ersetzt man Fragmente der Seele?

Am Tage versuchte mein Großvater, für seine Familie da zu sein, auch wenn er weder seine Rolle noch seinen Sinn wirklich fassen konnte. In der Nacht lenkte er seine ganze Kraft darauf, an diesem Ort zu bleiben und zu begreifen, dass er zuhause war. Der Alkohol war billig und verfügbar. Wenigstens sucht er diese Attribute nicht in den Armen einer anderen, dachte meine Großmutter.

Wenn sie zusammen in die Stadt fuhren und sich auf dem Markt mit anderen unterhielten, gab es kaum Neuigkeiten auszutauschen. Nur Floskeln. Die Neuigkeit war schließlich immer noch seine Rückkehr und über die mochte niemand mehr als einmal mit ihm sprechen.

Er nahm einen Apfel in die Hand und hielt ihn einfach fest. Die Sonne schien auf die wunderbare grünrote Schale und er sah ganz still auf die Frucht in seiner Hand. Meine Großmutter schaute ihm aus ein paar Metern Entfernung zu und bemerkte, wie für ihn die Zeit stehen geblieben sein musste. Auch sie war gefangen von diesem Moment. Dann lächelte er die Marktfrau an, die daraufhin einen kleinen Scherz machte und ihm eine Tüte mit Äpfeln füllte. Sie fühlte einen Stich.

Es war keine Eifersucht im direkten Sinne, eher ein Verlust, der tiefer ging, als alles, was sie greifen konnte. Was unterschied die Verbindungen zwischen zwei Menschen, objektiv betrachtet, überhaupt voneinander? Geht es bei der Liebe um die Wiederholung des Zusammenseins, das immer wiederkehrende Teilen von Augenblicken? Sind wir nur die Summe unserer Interaktionen?
In diesen Momenten, wo wir eine andere Seele einfach der Welt hingeben und sie sich verbindet mit einem anderen Menschen, wo ist dann noch die Verbindung zwischen uns, fragte sie sich.

In diesem Moment schaute er zu ihr und blickte ihr mitten ins Herz.