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Die schönste Stadt der Welt – das Ergebnis

31 Okt

So. Wir haben es ja schon geahnt. Aber nach der Umfrage vom 24.10. können wir es nun mit Gewissheit sagen:

Hamburg ist wirklich die schönste Stadt der Welt!

In der letzten Woche haben viele Leute fleißig mit abgestimmt und inzwischen steht mit 55%-iger Sicherheit fest, dass die norddeutsche Stadt an der Elbe mit Schmuddelwetter und Sturmgefahr für euch (trotz allem!) die denkbar beste Heimatstadt darstellt.

Auf dem zweiten Platz hinter Hamburg liegt Berlin mit 15%. Glückwunsch! (Ja, die inneren Werte zählen machmal halt nicht…)

Den dritten Platz teilen sich die wunderschönen Städte Gotham City, Atlantis und – das Land. Ja, einigen scheint es auch da zu gefallen.

Vielen Dank fürs Mitmachen!

Achja und happy Halloween everyone!

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Hamburg – ganz persönlich

30 Jul
Sunset

Beautiful Hamburg

Du siehst vielleicht den Michel, den Dom, die Reeperbahn, den Stadtpark, den HSV oder St. Pauli, die Freezers, das Musical „König der Löwen“ oder „Rocky“, tausend Schiffe und noch mehr Container, Flugzeuge über der Alster, die untergehende Sonne und badende Menschen in der Elbe…

Vielleicht siehst du auch dein Lieblingscafé in der Schanze, den Fernsehturm auf dem Weg zur Arbeit, den Hafen in der Mittagspause, vergleichst Hamburg mit der Stadt deiner Kindheit oder bekommst von all dem Trubel nichts mit, weil du nur kurz auf der Durchreise bist…

Ich sehe verrückte Vororte mit noch verrückteren Menschen, verliebte Pärchen, genervte Muddis mit ihren quengelnden Kindern, eine lustige Kellnerin, einen telefonierenden Anzugträger, eine motivierte Alster-Joggerin, einen müden, alten Hund, einen Latte Macchiato in der aufgehenden Sonne, junge Menschen mit Hoffnung in den Augen, eine glückliche Veganerin, einen aufgedrehten Schauspieler, ein Mädchen mit Fernweh, einen Jungen mit Skateboard, eine verträumte Schwangere, ein geliebtes, verrostetes Fahrrad, einen melancholischen Taxifahrer, eine Frau mit einem riesigen Hut, eine fürsorgliche Krankenschwester, einen braungebrannten Kapitän, einen kleinen Schmetterling, eine wachsame Oma, einen immerzu freundlichen Hinz&Kunzt-Verkäufer, einen misstrauischen, alten Mann, eine Frau mit Akkordeon, entenfütternde Rentner, zwei glückliche Menschen in einem Segelboot und mittendrin eine Menge Bilder aus der Vergangenheit…

Dein Hamburg ist nicht mein Hamburg und mein Hamburg ist nicht deines. Aber wir verschmelzen alle in dieser kleinen, großen Stadt.

Wasser

17 Jul

Wasser

Es ist überall. Um uns herum, unten drunter, manchmal kommt es auch – klatschnass – von oben. Wir brauchen es zum Trinken, können drin schwimmen oder paddeln oder drauf segeln oder reinlaufen oder untergehen. Ob Elbe, Alster, Bille, Badeteich, jeder hat in Hamburg „sein“ Wasser gefunden. Und sei es das Alsterwasser im Biergarten.

Wir haben sogar das kühle Nass in unseren Sprachgebrauch integriert. „Frag ihn mal, wasser will.“

Bestellst du dir in Hamburg ein Wasser im Restaurant, bekommst du kein Leitungswasser. Du bekommst ein Mineralwasser, mit oder ohne Kohlensäure. Wenn du nichts dazu sagst, selbstverständlich mit. So ist es ja auf die Welt gekommen, praktisch.

Bestellst du zum Beispiel in Osnabrück ein Wasser, gibt es das „mit“ oder „ohne“. Und das bezieht sich nicht auf die Kohlensäure, sondern auf den Geschmack. „Wasser ohne“ ist also Mineralwasser mit Kohlensäure.

Wirklich.

Eigentlich machen wir uns ja nicht so viele Gedanken ums Wasser, denn es ist hier im Überfluss vorhanden. Manchmal sogar so sehr, dass es zur Überschwemmung kommt. Aber dann, im Sommer, kommt diese magische Zeit, wo das Wasser zum Baden einlädt oder zur Wasserbombenschlacht oder zum Wasserpistolenkampf, oder auf dem Dom zur Wasserbahnfahrt oder ein simples Wassereis für eine Erfrischung sorgt und dann wird dieses stinknormale, durchsichtige, geruchslose, nasse Element ganz kurz zu etwas Besonderem.

Über Verkehrsmittel und Sandsackpartys

6 Jun

Hamburg ist keine Stadt der Autos. Es gibt einfach zu wenige Parkplätze. Hamburg ist auch keine Stadt der Fahrräder. Radwege werden teilweise gar nicht als solche anerkannt. Außerdem bepöbeln sich rücksichtslose Autofahrer und gedankenlose Drahteselbesitzer gegenseitig. Gewinnen kann man da eigentlich nicht, aber darum geht es wohl auch nicht. Hamburg hat keine Straßenbahn (nicht mehr und noch nicht wieder). Wir versuchen ja alles, aber so richtig gerecht werden wir keiner Zielgruppe, die sich in der Hansestadt bewegen möchte. Außer vielleicht den Pendlern in den S- und U-Bahnen (wenn man denn zur richtigen Zeit unterwegs ist, also bitte nicht im Berufsverkehr). Park+Ride soll jetzt auch noch kostenpflichtig werden. Was sollen wir da nur machen?

Es ist verflixt mit der Fortbewegung. Am besten einfach mal rausgehen, die Füße benutzen, ein Stück laufen und durchatmen. Und sich dann in ein Boot setzen. Davon gibt es viele tolle Exemplare in der schönsten Stadt der Welt: Alsterschipper, Segelboote, Hafenrundfahrtsbarkassen, große Frachter (na gut, das wird schwierig mit dem Mitfahren), Elbfähren und natürlich auch Tretboote, Ruderboote und Hausboote. Wir sind halt ne Wasserstadt. Das wird in den nächsten Tagen natürlich auch für uns doof, wenn das ganze Regenwasser aus Süddeutschland/Ostdeutschland die Elbe entlanggeschwommen kommt, aber zum Glück sind wir ja gut vorbereitet. In Dresden werden angeblich sogar Sandsackpartys geschmissen. Endlich mal ein wenig deutsche Gelassenheit. Man sieht sie selten. Mag an der Sonne liegen, die sich seit einiger Zeit mal wieder blicken lässt, oder eben an der Erfahrung, die wir mit Hochwasser bereits gesammelt haben. Damals, 1962, hatte Hamburg ja auch ein kleines Hochwassererlebnis. Gott sei dank ist nun wenigstens Sommer, wenn das auch im Süden der Republik nicht jedem hilft.

Wo waren wir? Bei den Booten und Schiffen. Was ich noch empfehlen kann, ist die MS Hedi, ein Partyschiff, das soweit ich weiß täglich (zumindest am Wochenende) einmal die Stunde im Hafen anlegt, dann darin herumfährt und dabei eine einmalige Atmosphäre bietet. Tickets kann man vor Ort kaufen, es ist aber nicht garantiert, dass man mitkommt. Lohnt sich aber auf jeden Fall. Ich habe da mal einen sehr netten Junggesellinnenabschied gefeiert (die nehmen solche Risiko-Gruppen aber nicht mit! Also Verkleidung vorher beseitigen). Wenn man nun so gar nicht auf Schiffe und Boote steht, kann man natürlich immer noch ins Flugzeug steigen und so weit weg wie möglich fliegen. Am besten irgendwo in die Berge.

Reisefieber

16 Mai

Es ist wieder so weit!!! Eine Reise steht an.

Am Wochenende werde ich zusammen mit Christian dieser wunderschönsten aller Städte den Rücken kehren und richtig weit in den Süden fahren. Nach Osnabrück. Dort, wo die Sonne immer scheint und die Menschen über die Wiesen hüpfen und…naja wie dem auch sei. Ich freu mich auf jeden Fall.

Lang genug habe ich wieder die Hamburgische Stadtluft eingeatmet und die Hamburgischen Leude beobachtet und Franzbrötchen gegessen. Jetzt wird es Zeit für frische Landluft (oder mittelstädtische halb-Stadt-halb-Land-Luft), Springbrötchen und vieles mehr. In Osnabrück wohnen ja angeblich die allerglücklichsten Menschen der Bundesrepublik. Weil sie eben in dieser halben Zwischenwelt alles haben, was sie sich wünschen. Keine Großstadt, aber doch die Möglichkeit, sich auch zu später Stunde eine Pizza zu bestellen. Keine Kleinstadt, aber dörfliches Flair mit super Nachbarn.

Eine Uni gibt es in Osnabrück auch, die hat eine phantastische Mensa (davon könnten sich ALLE DREI an der Uni Hamburg mal eine Scheibe abschneiden). Dort kann man sich das Essen mit Beilagen und allem drum und dran frei zusammen stellen, frisch ist es auch und zudem sehr gesund. In Osnabrück kommt man bequem mit dem Fahrrad von A nach B und genießt dabei eine akzeptierte Stellung auf der Straße. Keine mega-aggressiven Autofahrer weit und breit. In Osnabrück ist alles bunt, die Sonne scheint permanent (aber nicht zu doll) und jeder ist hilfsbereit und nett und zuvorkommend.

Und wenn ich dann mal wieder da war, kehre ich völlig desillusioniert zurück in meine geliebte, graue, merkwürdige Großstadt an der Elbe. Und bin bestimmt doch ganz froh, wieder hier zu sein. So ist das eben mit dem Reisen.

Hafen-Geburtstag

22 Apr

Ein wunderschönes Ereignis, das man jedes Jahr wieder in Hamburg feiern darf. Der Hafen ist ja sozusagen die Seele der Hansestadt, also danken wir ihm jedes Jahr wieder für die vielen Tonnen Fracht, die er umschlägt und heißen diejenigen willkommen, die ankommen aus der großen weiten Welt und beten für die Menschen, die hier aufbrechen in die große weite Welt. Wohlbehalten sollen sie übers weite Meer getragen werden und sich ordentlich den Wind um die Nase wehen lassen. Und da wir mittlerweile ja schon ordentlich industrialisiert sind, machen wir uns mehr Gedanken um die Elbvertiefung, die Konkurrenzfähigkeit des Hafens und um die Queen Mary 2, als um irgendwelche Seeleute, die alles zurücklassen, nicht wissen, wohin es sie verschlägt und wann sie jemals zurückkehren werden. Aber dieser Abenteuergeist treibt die Hamburger eben immer noch irgendwie um und lässt sie der „Geburt“ des Hafens gedenken. Wenn auch weniger in stiller Andacht als mit fetten Paraden und möglichst bunt, laut und manchmal auch einfach nur in blau.

Wie soll man sich die Geburt des Hafens vorstellen? Bereits im neunten (!) Jahrhundert gab es eine erste Anlegestelle, so dass wir streng genommen bereits den 1200sten Geburtstag feiern dürften. Offizielle Geburtsstunde des Hafens war jedoch der 7. Mai 1189. An diesem Tag schrieb Kaiser Friedrich Barbarossa den berühmten Freibrief für Hamburg, so dass der Stadt zollfreie Fahrten auf der Unterelbe bis hinauf zur Nordsee zugesichert wurden und Hamburg ein eigenes Marktrecht erhielt. Die Hafenanlagen am Nicolaifleet existierten zu dieser Zeit bereits. Es geht beim „Geburtstag“ also eigentlich um die Eigentumsrechte und die Möglichkeit, (endlich) Geld mit dem Hafen zu verdienen. Wir feiern weniger die Entstehung oder den Aufbau des Hafens als solchen, sondern seine Funktion und die damit einhergehende (wirtschaftliche) Unabhängigkeit. Der Hafen ist natürlich kein Selbstzweck und war auch nie als eine Art Reiseterminal gedacht. Trotzdem hat der Hafen auch so etwas wie einen eigenen Charakter, was nicht zuletzt duch die Wortwahl „Hafengeburtstag“ angezeigt wird.

Wie kann man sich die Geburt des Hafens noch vorstellen? Vielleicht ging irgendwann im Jahre 835 ein junger Mann an der Elbe spazieren. Überall um ihn herum stand Wald und im Hintergrund sah man die „Hammaburg“. Er träumte so vor sich hin und plötzlich fand er ein Stück Treibholz. Sein Hund hatte ihn bellend darauf aufmerksam gemacht und lief begeistert auf und ab. Er hob das Stück Holz auf und dachte sich, „ich will ein Schiff bauen.“ Dann träumte er davon, die komplette Elbe hinauf zu fahren und weit aufs offene Meer hinaus. Er würde gegen die wilden Wikinger kämpfen und seltene Gewürze bei einem friedlichen Volk erstehen, mit dem Wikingerschatz selbstverständlich. Dann würde er zurückkehren und ein angesehener Händler werden. So begann er, sein Schiff zu bauen und errichtete die erste Anlegestelle am Fluss. Seine Freunde waren etwas irritiert, ließen sich aber sogleich von der Idee anstecken und bauten mit. Schon bald gab es einige Boote und die ersten Hammaburger brachen auf in die weite Welt, um Krieger und Händler zu werden. Sie kamen leider nie zurück, daher weiß man nicht so recht, was sie alles erlebt haben, aber die Familien erzählten sich die aufregendsten Geschichten über die ersten Seefahrer-Leute. Später kamen die Wikinger und nahmen zuerst die Anlegestelle ein, dann die Hammaburg. Der Hafen erinnert sich heute noch an seine ersten Stunden als kleiner Steg, der die Elbe hochschaut. Und auf das kleine Boot mit dem Mann und seinem Hund wartet.

Faszination Hamburg

14 Mrz

Knapp dreißig Jahre lebe ich nun hier, in dieser relativ großen und unglaublich schönen Stadt in Norddeutschland an der Elbe. Mir ist bewusst, wie viele Leute hier gerne herkommen, Urlaub machen und einfach nur hier leben möchten. Hamburg bietet scheinbar unendlich viele Möglichkeiten, das Leben zu genießen. Und doch gibt es Tage, die sich sicher schon zu einigen Jahren aufsummieren lassen, an denen ich einfach nur weg will. Nun, vor einiger Zeit habe ich es tatsächlich geschafft, über einen längeren Zeitaum die Hansetadt zu verlassen und bin einmal zum anderen Ende der Welt aufgebrochen. Ich habe Kanada (und ein bisschen die USA) bereist, dort gearbeitet und gelebt. Ich war unendlich glücklich. Und doch, irgendetwas in mir wollte unbedingt zurück. Klar sind es die Menschen, die man vermisst. Aber auf einmal, mit diesem riesigen Abstand, konnte auch ich behaupten, Hamburg sei die schönste Stadt der Welt.

Mittlerweile bin ich wieder eine zeitlang hier, mitten im Alltag angekommen und auf dem Boden der Tatsachen. Hamburg nervt mich manchmal so sehr, dass ich sogar ernsthaft überlege, aufs Land zu ziehen. Aber selbst das könnte man noch innerhalb der Stadt tun.

Dieser Blog soll subjektive Eindrücke Hamburgs zeigen, in allen Facetten. Gerade auch den nervigen. Vielleicht söhne ich mich so eines Tages aus mit dieser etwas dörflichen Metropole und seinen speziellen Einwohnern. Oder ich habe irgendwann endlich den Mut, Hamburg für immer zu verlassen…