Tag Archives: Facebook

Wie gut kennst du Hamburg?

28 Nov

So, liebe Leude. Bei Facebook und in zahlreichen anderen Blogs gefunden, empfinde ich es als meine Pflicht, euch auch hier dieses klasse Spiel weiterzuempfehlen:

Click that hood (Hamburg)

Hier könnt ihr testen, wie schnell ihr entweder 20 beliebige oder alle 102 (!) Stadtteile identifiziert.

Meine Bestzeit bei den 20 lag irgendwo bei 1:15 Min. Gar nicht so einfach…

Viel Spaß!

P.S. Das Spiel gibt es auch für Berlin und Ulm.

Advertisements

Eppendorf

8 Jul

Nur ein Wort trifft dieses Gefühl, das mich hier immer noch beschleicht, mitnimmt, erfasst: Zuhause. Dies waren sechs, vielleicht sogar sieben Jahre meines Lebens.

Es fühlt sich immer noch so seltsam normal an, hier die Straßen entlang zu gehen. Den Eppendorfer Markt, vorbei an dem kleinen, unauffälligen Schild mit dem Gedicht Wolfgang Borcherts („Sag nein“), weiter am guten alten Penny-Markt in der Erikastraße, das „Borchers“ links liegen lassend dann, schließlich, hinauf zum Lokstedter Weg. Hier habe ich gewohnt, gelebt, geliebt, gehasst… das ganze Programm eben. Das erste Jahr in meiner Mädchen-WG, die nächsten fünf (oder sechs) zusammen mit meinem Freund nur ein paar Häuser weiter.

Als wir die Wohnung direkt über dem Griechen bezogen („Wollen wir zum Griechen gehen?“ – „Ja, aber zu welchem denn?“ – „Na, „Zum Griechen“.“ – „Ja, aber es gibt doch so viele Griechen.“ – „Zum Griechen!“ – „Aber zu welchem denn???“), ahnten wir noch nicht, was alles kommen würde.

Eines schönen Tages saß ich zum Beispiel am PC, als auf einmal alle Rauchmelder im Haus und auch sämtliche im Nachbarhaus losgingen. Sie waren erst wenige Wochen zuvor installiert worden. Die Wände in den Häusern waren sehr hellhörig, so dass schnell ein intensives, schrilles Piep-Konzert ertönte. Ich rannte auf den Balkon und brachte erst mal die Wäsche in die Wohnung, denn nebenan quollen dicke, schwarze Rauchschwaden aus den unteren Fenstern hervor. Dann rief ich bei der Feuerwehr an (ja, meine Prioritäten im Schockzustand sind sehr aufschlussreich), woraufhin mir mitgeteilt wurde, dass bereits Löschfahrzeuge auf dem Weg seien. Ich zitterte. Ganz allein in der Wohnung (und gefühlt im Haus) wusste ich nicht, was ich tun sollte. Also loggte ich mich erstmal bei Facebook ein. „Hilfe, der Puff brennt!“ – 28 Likes binnen weniger Minuten. Ich fühlte mich noch hilfloser und einsamer, also lief ich raus. Im Treppenhaus kam mir eine Nachbarin entgegen und fragte mich, wie sie die Rauchmelder ausstellen könne. Ich hatte keine Ahnung, schlug ihr aber vor, unten bei den Feuerwehrleuten nachzufragen. Sie schaute mich schief an, deshalb ergänzte ich, „wenn die fertig sind.“ Unten vor der Haustür sammelten sich noch mehr Schaulustige und so ging ich irgendwann etwas beruhigter zurück in die Wohnung. Immerhin lag auch noch ein komplettes Haus zwischen unserer Wohnung und dem Massagesalon und das Feuer beschränkte sich glücklicherweise auf die leeren (sinnlichen) Räumlichkeiten. Da hatte wohl jemand in der Mittagspause die Kerzen angelassen. Zum Glück ist niemand verletzt worden, war ja keiner mehr da. War auf jeden Fall ein guter Vorwand, mal alles zu renovieren. Glaub ich. Hoffe ich.

Im Treppenhaus machte ich außerdem eines Nachts Bekanntschaft mit meinem absoluten Hass-Nachbarn – er feierte beinahe jeden Tag unter der Woche sehr laut; ich hatte teilweise Frühschichten, die um 6 Uhr losgingen. Keine gute Kombination. Er startete zu allem Überfluss ein Dauersturmklingeln (bei wie gesagt sehr dünnen Wänden) in der eigenen Wohnung, obwohl seine Frau offensichtlich nicht zuhause war und fragte mich dann überrascht: „Oh, hab ich dich geweckt?“ Ich erklärte ihm ganz sachlich und ruhig, dass er nicht klingeln müsse, da ihm scheinbar sowieso keiner aufmachen könne. „Ok, dann warte ich vor der Tür, bis sie nachhause kommt.“ „Alles klar.“ Gott sei Dank, man muss nur mal mit den Leuten reden. Einige Minuten später klingelte er weiter. Sturm. Ich muss gestehen, einmal hab ich nachts die Polizei gerufen.

Halis Imbiss gegenüber: Nicht so sehr waren wir dort, um zu essen, sondern eher, um Pakete abzuholen – vielen Dank, Halis! Beim Croque-Laden unten an der Straße habe ich mir einmal eine fiese Lebensmittelvergiftung zugezogen, der kleine Italiener hingegen ist genial, aber permanent überfüllt.

Alles in allem hat sich nicht viel geändert. Es ist jedes Mal wieder schön herzukommen, hallo zu sagen und sich an die alten Zeiten zu erinnern. Und dann wird es wieder Zeit, nachhause zu fahren.

Die Facebook-Muddis

26 Apr

Facebook ist ein fester Bestandteil meines (virtuellen) Lebens und ist doch irgendwie nicht richtig greifbar. Manchmal freue ich mich, über die Nachrichten Kontakt zu Freunden zu halten, dann wieder sind da sogenannte „Freunde“, von denen ich eigentlich nichts weiß. Und Facebook selektiert stark, so dass einige Nachrichten/Neuigkeiten erst gar nicht auf meine Oberfläche gelangen. Andere Leute sehe ich ständig, obwohl ich noch nie etwas von ihnen „geliked“ habe.

An manchen Tagen lese ich lieber Facebook-News statt mir die echten Nachrichten anzusehen, weil die mich so frustrieren. Aber auch hier gibt es Schnittstellen. Ich bin ja auch mit SPON befreundet und mit ZEIT ONLINE, also geht man dem nicht immer komplett aus dem Weg. (Will ich dann eigentlich auch doch nicht.) Richtige Neuigkeiten meiner echten Freunde bekomme ich bei Facebook allerdings – glücklicherweise – nicht mit. Wahrscheinlich bin ich noch eine Generation zu alt (wir sind halt noch mit einem Telefon aufgewachsen, das mit einer Schnur den Hörer festgehalten hat und auch das Handy war nicht schon mit 12 eine Selbstverständlichkeit. Nicht mal mit 16 würde ich sagen…)

Nun merke ich auch dank Facebook, dass ich aus dem Party-Alter rausgewachsen bin. Es tauchen weniger Fotos und Einladungen hierzu auf als vielmehr Dokumentationen (meist in bildlicher Form) über den Nachwuchs meiner (weiblichen) Facebook-Buddies.  Die Generation „Facebook-Muddis“ ist auf dem Vormarsch und ich stecke mittendrin. Jeden Tag gibt es ein niedliches Kinderfoto nach dem anderen, manchmal auch ganze Familienportaits. Ich stelle dann entweder erschrocken fest, dass eine ehemalige Arbeitskollegin ein Kind bekommen hat (und ich nicht mal im Ansatz etwas von ihrer Schwangerschaft wusste, Gott wie die Zeit rennt) oder denke fieberhaft über den Namen des Kindes einer Schulfreundin nach und mir wird bewusst, dass ich dieses Kind weder jemals gesehen habe noch wahrscheinlich jemals sehen werde. Ich glaube, die verliebten Muddis sind einfach nur stolz und haben wahrscheinlich einfach das Bedürfins, über Facebook den Kontakt in die Welt jenseits der Windeln und Spielplatzdates aufrecht zu erhalten. Blöd nur, wenn sich da entweder Leute tummeln, die so gar nicht mehr zu einem passen und die ganze Zeit Party machen oder ein Haufen anderer Facebook-Muddis konkurrenzwütig ihre jeweiligen Fotos präsentieren. Ich gehöre zu der schweigenden Mehrheit, nehme die Informationen hin und vergesse sie im Zweifel auch wieder. Aber manchmal sind da auch richtig eindrucksvolle, künstlerische Fotos.

Aber würde ich wollen, dass halb wildfremde Leute jeden Entwicklungsschritt meines Kindes mitbekämen? Ich glaube nicht. Ich will keine Facebook-Muddi werden.