Tag Archives: faul

Das geht ja gut los

4 Jan

Mein Humor ist weggelaufen. Ich rief ihm noch hinterher, aber er war schneller. Lachend rannte er davon. Mal gucken, was er so vorhat und wann er wiederkommt. Vielleicht bringt er ein paar neue Witze mit.

Meine Kreativität ist auch abgeschwirrt. Ihre Flügel flatterten wie verrückt, dann brauste sie durch die Lüfte, drehte sich ein paar Mal und hinterließ nur noch Feenstaub.

Karl hängt auf dem Sofa herum, wie immer.

Mein Vertrauen steht am Fenster und überlegt, hinunterzuspringen. Ist ja nur der erste Stock. Man könnte es ja mal versuchen. Es glaubt dran, dass schon nichts passieren wird.

Meine Motivation steht mit der Trillerpfeife in der Tür. Wenn ich mich nicht schnell genug bewege, tritt sie mir in den Hintern.

Mein altes Ich hat sich noch nicht wieder sehen lassen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht nachts mal durchs Fenster schaut.

Meine Liebe ist bei mir. Sie strahlt und lässt die Welt ein bisschen heller erscheinen.

Und meine Phantasie…schrieb gerade diesen Text.

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Aus dem Leben eines inneren Schweinehundes

21 Dez

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Karl.

Mein Frauchen ist im Weihnachtsstress. So ein Schwachsinn. Weihnachten ist wundervoll. Man kann den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und sich schmalzige alte Filme anschauen, ungeniert Schokolade und andere Leckereien essen, die Lichter in den Fenstern bestaunen, Glühwein trinken und tolle Spaziergänge machen. Also, ich speziell liege eher nur herum, aber für sie wäre das doch fein.

Stattdessen läuft sie gehetzt durch die Stadt, um irgendwelche Geschenke zu kaufen, muss sich noch um einen Baum kümmern – und „so viele andere Dinge“. Pah. Dann gammel ich halt alleine.

Manchmal erzählt sie mir, wie schön es vor zwei Jahren in Kanada war. Sie ist so doof. Ich war doch dabei! Und sie kann mir nicht erzählen, dass sie sich da keinen Stress gemacht hat. Dafür ist sie schließlich ganz allein verantwortlich, auch wenn sie das gerne auf andere schiebt. Aber ich muss schon sagen, das Jahr im Ausland war kein Zuckerschlecken für mich. Beachtet hat sie mich erst irgendwann, als wir wieder in Hamburg waren.

„Komm, Karl!“ ruft sie mich. Ach ja, ich rapple mich langsam auf, um den nötigen Spaziergang anzutreten. Meine Blase drückt schon bedenklich. Aber ein alter Schweinehund ist nun mal kein D-Zug.

Draußen erklärt sie mir, dass sie gleich noch zum Sport gehen will. „Ich brauche dringen den Ausgleich, weißt du? Bei dem ganzen Stress…“ Ich verdrehe die Augen. Sie soll sich mal nicht so anstellen und die Zeit genießen. Aber mir soll’s egal sein. „Sei nicht traurig, Karl.“ Ich, traurig? Nö, ich komme auch gut alleine klar und mache es mir gemütlich. Hihi.

Leider versteht sie mich nicht und denkt, ich sei enttäuscht. In Wirklichkeit würde sie bestimmt auch gerne fernsehen. Das kann sie mir doch nicht erzählen.

Als sie weg ist, ziehe ich mir meine bequemsten Puschen an, bereite eine heiße Schokolade vor und mache es mir im Sessel mit Wolldecke gemütlich. So lässt es sich doch leben. Plötzlich geht die Tür auf. Es ist ihr Freund. Und er hat Günther mitgebracht. Seinen inneren Schweinehund. Boah, wie der mir auf den Keks geht. Der ist sooooo faul! Verdammt. Wir nicken uns kurz zu, dann mache ich einen Millimeter Platz auf dem Sessel. Günther setzt sich dazu und reicht mir seine Schüssel mit Popcorn. Manchmal kann er ja doch ganz nett sein.

Mein Frauchen kommt nachhause. „Ich brauche noch ein Geschenk!“ ruft sie ganz schrill. Ihre aufgedrehte Art nervt. Ich war gerade so schön am Schlummern. Günther schläft tief und fest. Sein Herrchen begrüßt mein Frauchen und setzt sich wieder aufs Sofa. Schließlich läuft ein wichtiges Fußballspiel. (Ich konnte natürlich einpacken mit meinem Schnulzenfilm.) „Ich muss einen bestimmten Film kaufen, aber ich hab keine Lust, noch mal in die Stadt zu fahren. So kurz vor Weihnachten ist es so voll in den Geschäften…“ Die olle Quengeltasche. Wir deuten zu dritt auf den Rechner. „Ihr wollt, dass ich den bestelle?“ Sie klingt nicht begeistert. Drei Köpfe nicken. „Aber das kommt doch gar nicht mehr pünktlich. Und wir wollen ja nicht die ganzen Verkäufer arbeitslos machen.“ Ihr Freund erinnert sie daran, dass es auch einen 24h-Service gibt. Ich bin sowieso dafür, andere laufen zu lassen.

Dann entspannt sie sich endlich und wir können den Abend ausklingen lassen.

Hoffentlich wird Heiligabend auch schön. Da treffen dann wohl noch mehr Schweinehunde aufeinander.

Aber wir wissen immer, wie man eine gute Party schmeißt.

Karl ist zurück

15 Nov

Ja, mein innerer Schweinehund ist zurück. Nicht dass er wirklich jemals weg war, so ist das nicht gemeint. Wir liegen immer noch gern zusammen ganz ungeniert auf der Couch. Mal hasse ich Karl und würde ihn am liebsten durchs Zimmer schleudern, dann wieder find ich ihn ganz putzig. Er kann ja nichts dafür, was er ist.

Aber wie er so ist, daran kann ich arbeiten. Ich widme mich ihm daher auch gerade wieder in einem ausführlichen Projekt. Und sollte das mal eine runde Sache werden, lasse ich es euch wissen.

Ich hatte ja erwähnt, dass ich mich von Zeit zu Zeit gern handwerklich betätige. Nun hing ich also mit Zange, Schraubenzieher und guten Vorsätzen bewaffnet an der Toilette und versuchte, eine neue Klobrille anzubringen. Ja, sogar Karl hat das Gesicht verzogen. Dann lief er mir vor die Füße. Manchmal frage ich mich, ob er das mit Absicht macht. Einmal legte ich ein Stück Werzeug zur Seite, da jaulte Karl plötzlich laut auf. Ich hatte seine Pfote getroffen. Ich war genervt und schnautzte ihn an, „wenn du keine Lust oder Geduld hast, dann geh doch einfach weg, bis ich fertig bin.“ Das tat er dann auch – jedoch nicht, ohne mir einen sehr langen und vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen. Als ich schließlich völlig berauscht von meinem Erfolgserlebnis zurück ins Wohnzimmer kam, lag er auf dem Sofa und schaute Friends. Die zehnte Staffel. Verdammt. Doch ich blieb hart und packte meine Sporttasche. Karl zog eine Augenbraue nach oben. So viel Aktivität verwirrt ihn ja immer, den armen. Ich sprach langsam und beruhigend auf ihn ein. Erklärte ihm, dass er leider nicht mitkommen könne, da ich sonst keinen Spaß an der Stunde hätte und dass ich danach auf jeden Fall wieder nach Hause kommen und ein bisschen mit ihm abhängen würde.

Besonders schlimm ist es momentan, wenn ich schreibe. Mal scharrt er auf dem Fußboden herum, dann schaltet er zum Spaß die Waschmaschine an – ja, das Programm scheint ihn zu faszinieren. Oder er schleppt Zeitschriften durch die Wohnung. Und ich falle jedes Mal wieder drauf rein und beschäftige mich mit ihm. Wenn ich ihn nicht beachte, kommt er komischerweise immer super alleine klar. Aber er wittert meine Stimmungen und schmeißt sich genau in der richtigen Sekunde auf die Fernbedienung. Spazieren gehen muss natürlich auch mal sein und so setzt der kleine doofe Schweinehund viel zu oft seinen sturen Kopf durch.

Ich hab aber auch festgestellt, dass er eigentlich schnell Ruhe gibt, wenn ich ihm ein wenig Beachtung schenke. Einmal richtig ernst genommen, lässt er mich dann auch wieder für Stunden arbeiten.

P.S. Es ist schon wieder Dom! Wie die Zeit rennt…

Der Alltag und die kleinen Dinge

11 Nov

Für mich bedeutet Alltag vor allem, mechanisch zu sein, zu funktionieren, die gleichen Dinge zu wiederholen. Das klingt erstmal nicht so schön, aber richtig negativ ist das ja eigentlich auch nicht gemeint. Das Problem am Alltag ist, dass kaum etwas hängen bleibt. Was hab ich gestern noch mal gemacht/gegessen/mit wem telefoniert?

Faszinierend finde ich ja, dass wir ganze, lange Wege zurücklegen können, ohne aktiv darüber nachzudenken, sei es jetzt mit dem Auto, der Bahn oder auch zu Fuß. Wenn wir aber mal einen neuen Weg gehen oder eine andere Reihenfolge einzuhalten haben, wird es schon wieder interessant. Jetzt kann man nicht noch nebenbei lesen oder Candy Crush Saga spielen (nein, ich doch nicht) oder telefonieren. Dann verpasst man eventuell sein Ziel.

Ja, das Gehirn ist schon klasse. Funktioniert ganz von alleine, die meiste Zeit. Aber gerade, wenn es um Technik geht, bin ich kurzzeitig aufgeschmissen. Heute stand ich an der Bushaltestellte, ein paar andere Leute waren auch da. Doch irgendwas war anders. In meinem Kopf gingen gleich die Alarmglocken an, noch bevor ich realisiert hatte, was eigentlich los war. Und dann sah ich es: Die anderen wartenden Menschen schauten auf den Fahrplan! Mehrere gleichzeitig. Das war extrem ungewöhnlich. Dann sah ich zur elektronischen Anzeigetafel. Sie war aus. Bevor ich richtig in Panik ausbrechen konnte, beruhigte ich mich aber auch zum Glück wieder. Schließlich kann das ja immer mal passieren. Mein erster Gedanke war allerdings wirklich merkwürdig – ich befürchtete, der Bus würde nicht fahren. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es einigermaßen unlogisch, aber im ersten Moment habe ich nur realisiert, dass etwas nicht so läuft wie sonst. Ergo: Bus fällt aus.

Wie so kleine Dinge unser ganzes Leben erschüttern können – also den Alltag. Plötzlich muss man den Autopiloten ausschalten und wieder selbst denken. Wachsam sein, Dinge kombinieren. Und vor ein paar Jahren gab es diese Anzeigetafeln ja noch nicht mal. An vielen Haltestellen gibt es sie immer noch nicht. Es war einfach dort in der konkreten Situation anders als sonst.

Ich schaue nach Autos, wenn ich die Straße überquere, weiche Müttern mit ihrem Kinderwagen aus und bin auch sonst die meiste Zeit ziemlich wach und aufmerksam. Aber scheinbar speichert mein Gehirn für gewisse Situationen auch die Rahmenbedingungen mit ab. Wenn die ausfallen, bin ich erstmal irritiert. Einerseits bin ich ja fasziniert von dieser passiven Leistung – danke liebes Gehirn. Andererseits erschreckt mich schon, wie schnell gewisse Dinge selbstverständlich werden, in einer Welt, in der sich eigentlich alles ständig im Wandel befindet.

Luxus…

10 Sep

…wenn du bei Ikea einen kleinen Mülleimer in der passenden Farbe zu deinem Badezimmer kaufst. Obwohl du einen perfekt funktionierenden zu Hause hast.

…Sonntags morgens die Zeitung lesen.

…eine Stunde am Telefon, während du eigentlich ganz dringend das Badezimmer putzen müsstest.

…wenn du in der Mittagspause Enten fütterst, statt dich um dein eigenes Essen zu kümmern.

…barfuss durchs Gras laufen. Und über Sand. Und überhaupt.

…morgens drei Euro für einen Café Latte ausgeben, statt zu Hause einen Filterkaffee trinken.

…eine Katze.

…wenn du eine Krawatte mit einem schönen Inlay trägst. Und nur du weißt es.

…ein Buch lesen. Nicht nebenbei in der Bahn, sondern ganz und gar. Mit einem Tee und einer Wolldecke oder in einer Hängematte.

…wenn du einen Eintopf kochst, von Anfang bis Ende.

…eine Fahrt mit der Fähre von Övelgönne zu den Landungsbrücken.

…Erdbeeren pflücken.

…sich Zeit für ein Kind nehmen. Spielen, zuhören, zeigen.

Langeweile, Hitze, Karl

22 Jul

Kennt ihr das, wenn man richtig viel zu tun hat, aber im Kopf trotzdem irgendwie Langeweile herrscht? Die Gedanken sind träge, liegen faul in der Sonne herum und wollen sich nicht zu so richtig in Gang setzen? Die Recsthcshcireibung leidet auch ein wenig….

Mag an der Hitze liegen, über die wir uns ja soooo gerne beschweren, obwohl wir sehnsüchtig drauf gewartet haben. Egal. Mein Kopf ist momentan leer, aber ich habe trotzdem Lust über irgendwas zu schreiben. Also erzähl ich heute mal ein bisschen was von Karl. Karl ist mein innerer Schweinehund. Karl liegt am liebsten auf dem Sofa und will kuscheln und fernsehen. Wenn ich ihm die Leine zeige, weil ich rausgehen will, schaut er mich schief an und geht demonstrativ weg.

Letztens hab ich Karl mit auf den Dom genommen. Für alle Nicht-Hamburger: Das ist dieses ominöse Volksfest mit Achterbahn, Zuckerwatte und Riesenrad, das alle paar Monate „auf St. Pauli“ auftaucht. Karl hat mich die ganze Zeit beleidigt angeschaut, weil er so viele Sinneseindrücke nicht so gut verträgt. Dann hab ich ihn mit in die Wildwasserbahn genommen. Erst schaute er ein bisschen pikiert drein, so „bäh, das ist ja ganz nass und furchtbar schnell“ und als es dann in die Tiefe ging und ich keine Luft mehr bekommen habe, ist Karl aus dem Boot geflogen. Wir haben uns erst eine Stunde später wieder getroffen, aber er hat es mir nicht übel genommen. Karl gönnt mir den Spass, solange wir dann auch wieder ein bisschen Zeit miteinander verbringen und gemeinsam entspannen.

Riesenrad - das größte der Welt angeblich!

Riesenrad – das größte der Welt angeblich!

Heute mal faul

8 Jul

(…)