Tag Archives: Herbst

Der dritte Entwurf…

1 Okt

…heute Abend. Und dabei waren die ersten beiden gar nicht mal so übel. In einer Woche, wenn ich sie noch einmal lesen sollte, werde ich mich vielleicht fragen, was los war. Warum nicht veröffentlichen?
Doch das Problem: Zu persönlich. Zu emotional. Zu… was eigentlich?
Entferne ich mich von meinem eigens gewählten (Blog)Titel? Ist mir auch früher aufgefallen, aber da machte es nichts. Zu unabstrakt, zu wenig künstlerisch, zu wenig wertvoll? Sehr willkürliche Kategorien, wenn ihr mich fragt.
Ach je, diese ewige Selbstreflektierung kann einem ja echt den letzten Nerv rauben. Aber zu irgendetwas wird es schon gut sein.
Vielleicht.

Herbst. Die Blätter verfärben sich, rollen sich ein, die Tinte bleicht aus oder wird vom Regen davongespült, mitsamt der Blätter, in letzter Not vollgekritzelt.

Es wird früh dunkel, die Straßen sind rutschig, genau wie jedes Jahr.

Und mittendrin im Sturmtrubel ein zarter Duft, ein warmes Getränk – ein Kakao. Und noch einer. Danke euch beiden.

Der Kakao geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Marshmallow-Stückchen, die sich langsam auflösen (so gar nicht meins, sobald sie geschmolzen sind).
Die pure Schokoladenverführung in Vancouver im Coffeeshop.
Eine wunderschöne Dose, ein Geschenk, unvergessen.
Meine erste heiße Schokolade. Bäh. Mit Haut.
Und dennoch – Kakao. Das Wort zerfließt auf der Zunge und in den Ohren.
So viele Bilder, manche schon tief verschüttet und nun aus dem Staub gezogen – dem schokoladigen Staub, natürlich.

Die erweiterte Komfortzone

18 Nov

Ich habe einen neuen Schal. Er hat eine Schlauchform, ist riesig, kuschelig, gigantisch, gemütlich und passte heute absolut nicht zum Rest meines Outfits. War das noch Stilbruch oder schon ein Modeverbrechen? Ich weiß es nicht. Nur, dass es mir zum ersten Mal so richtig egal war. Weil ich mich einfach super wohl gefühlt habe.

Ich habe meine eigene Komfortzone mit mir herumgetragen, um mich herumgetragen. Ich hätte ewig so spazieren gehen können. Ich beobachte schon seit längerer Zeit den Trend zum großen Schal. Und dahin, überhaupt ständig immer einen Schal zu tragen. (Ich rede jetzt eher von Frauen.) Auch in gut beheizten Räumen. Ich konnte es nicht richtig nachvollziehen. Aber jetzt glaube ich, die Antwort gefunden zu haben. Dank dieses neuen Schals.

Es ist einfach ein Kleidungsstück, das einem Sicherheit gibt, ein wohliges Gefühl. Und das nicht etwa aus Sicht der Kaschierung irgendwelcher vermeintlich unvorteilhaften Körperpartien heraus – das soll es ja auch geben. Es ist einfach wie eine gigantische Puffer-Zone zum Rest der Welt. Der Kopf wird umgeben von einem fluffigen, leichten und dennoch wirkungsvoll-voluminösen Stoff und kann sich so zurückziehen von den umherschwirrenden Einflüssen. Und sieht dabei auch noch elegant aus (naja, manchmal jedenfalls). Völlig entspannt. So lässt sich der Herbst genießen, mit dem kuscheligen Tee-und-Sofa-Gefühl draußen in der grauen, großen Welt.

Und wer kann mir jetzt das Mütze-tragen-in-allen-Lebenslagen-Phänomen erklären?

Nach dem Sturm

22 Okt

Foto(4)

Da mussten einige Schirme ihr Leben lassen…

Schnupfenzeit

9 Okt

Es ist so weit. Die Blätter zeigen sich von ihrer goldigsten – und schmierigsten – Seite. Mandarinen und Pflaumen füllen nun anstelle von Nektarinen und Wassermelonen die Supermarktauslage. Man hat drei Jacken unterschiedlicher Stärke im Einsatz (leichter Mantel, Übergangsjacke und Winterjacke Stufe 1). Und ab und zu wird schon wieder die Heizung aufgedreht. Es ist Herbst. Der Sommer ist vorbei, absolut und unwiederbringlich.

Ich hab jetzt schon die Nase voll. Im wahrsten Sinne des Wortes. Scheißwetter. Obwohl ich sagen muss, dass das Wetter eigentlich erstaunlich gut ist. Ok, Scheißherbst. Was soll’s. Jedes Jahr das Gleiche. Ich hab eine fette Erkältung. Und die kann ja nur vom Herbst kommen.

So, nun aber genug geschimpft. Hier ein goldiges Foto zur Aufmunterung für alle Verschnupften:

Foto(3)

Spinnen-Alarm

12 Aug
Zugegeben, ein kleines Exemplar.

Ok, ein kleines Exemplar.

Sie sind wieder da. Der Sommer ist noch nicht ganz vorüber, schon kriechen sie in die warmen Häuserecken. Im Innern des Hauses. Kleine, knubbelige und große, dünnbeinige und mittlere, hüpfende und überhaupt trippelnde, springende, laufende, klebende, Nester spinnende Spinnen. Ich hasse sie.

Nicht so sehr, wie ich Kakerlaken hasse, zugegeben. Aber trotzdem. Einige Exemplare kommen den ekelerregenden Schaben schon sehr nahe, von der Größe her zumindest. Ich habe nichts persönlich gegen Spinnen. Wenn sie wirklich weit weg sitzen (draußen) oder ich sie nicht sehe, stören sie mich zum Beispiel gar nicht. Das Schlimme aber ist dieser Effekt, wie in einem Gruselfilm oder Thriller, wenn man sie auf einmal erblickt (und sie zurück starren). Auf der weißen Wand zum Beispiel. Oder wenn sie sich ganz plötzlich bewegen. Brrrr…

„Sie sind viel kleiner als du und haben tausend mal mehr Angst vor dir als du vor ihnen.“ Ja, ja. Sollten sie auch! Nicht, dass ich ihnen etwas tun könnte. Ich erwarte schon, dass man sie lebendig aus dem Weg räumt. Also früher hat das ja mein Papa gemacht. (Danke Papa!!!!) Heute bin ich schon manchmal mutig genug, mich alleine an sie heran zu wagen. Aber wenn jemand anders im Raum ist, frag ich erst mal denjenigen oder diejenige. Manchmal klappt das, meistens nicht.

Ich habe letztens aus Versehen eine Spinne in der Dusche ertränkt. Das tat mir wirklich leid. Ich weinte ein paar Minuten. Ich weiß, ich bin da etwas schizophren. Naja, was soll’s. Mein Opa hat mir früher erzählt, dass in jedem Raum (!) immer zwei Spinnen sitzen. Nicht mehr, denn sie dezimieren sich automatisch und fressen sich gegenseitig auf. So hat jede Spinne also zwei Wände für sich. Mir persönlich sind das schon zu viele. Gefühlt sehe ich immer gleich zehn auf einmal. Im Gegensatz zum australischen Busch haben wir es hier klimatisch und Tierchen-technisch natürlich äußerst entspannt. Aber in der Sitution sieht man halt nicht immer gleich das große Ganze. Da bin ich völlig gefangen im Alltag.