Tag Archives: Raum und Zeit

Gestern war auch „jetzt“

22 Jul

Außerhalb der Zeit

Verfallen wir

In halb-wertiges

Dabei ist der Wert doch ungebrochen Ganz

 

Respekt der Geschichte

Vielleicht verhindert die Präsenz von Gestern

In der Zukunft den gleichen Fehler

 

Denn wenn wir die Vergangenheit als irrelevant, verblasst, überlebt

ansehen – wie soll denn die Gegenwart einen Wert haben

Vor dem Morgen?

 

Katzen-Zeit

21 Nov

Du zwingst mich mitten am Tag, mehrere Minuten ganz ruhig sitzen zu bleiben. Obwohl ich eigentlich aufspringen und etwas tun möchte – oder glaube, etwas tun zu müssen – werde ich hier sitzen bleiben und deinen kleinen Körper festhalten. Dich einfach ansehen, wie du atmest. Meine Beine beginnen vielleicht zu zittern, aber irgendwann geht auch das vorbei.

Bis du irgendwann aufspringst und deiner Wege gehst, oder ich dich wecke und du unwirsch deine Krallen und Zähne in meine Hand bohrst.

Du weißt, dass alles seine Zeit hat. Ich lerne das gerade.

Pre-Kater-Stimmung

5 Mrz

Der Unterschied ist ganz einfach. Mit 30 weißt du, wo deine Grenzen sind. Mit 20 erkundest du sie gerade. Mit 30 weißt du, wo deine Grenzen sind – und überschreitest sie dann in vollem Bewusstsein.

Am nächsten Tag zahlst du den vollen Preis. Nicht nur der Körper beschwert sich. Vielmehr hast du einfach länger damit zu tun, die ganzen Scherben deines Bewusstseins wieder aufzuheben, das du am Abend zuvor fröhlich über Bord geworfen hast.

In diesem Sinne wünsche ich euch schon mal ein schönes Wochenende!

Ich habe heute leider kein Foto für euch…

26 Feb

Leider? Wohl eher zum Glück. Denn so konnte ich – im Gegensatz zu zwanzig anderen Menschen um mich herum – einfach den atemberaubenden Anblick einer ganzen Wiese voller lilaner Krokusse mitten in Hamburg bewundern. Ich glaube tatsächlich, dass sich mir dieses Bild bis in mein Herz eingebrannt hat, vielleicht nicht auf ewig, aber zumindest bis Übermorgen.

Die gefilterten, abfotografierten Versionen dessen, was für mich noch ein echter Moment im wahren Leben war (auch wenn und vielleicht gerade weil ich ihn ganz alleine genossen habe), mag für die anderen jetzt ein halb „geshared-er“, halb sozialer und zudem ein-gefangener, gefrorener Anblick sein.

Mein Tipp: Bleibt doch zwischendurch einfach mal stehen und genießt das Jetzt und Hier. Macht es zu einer realen Erinnerung oder noch besser – noch nicht einmal das.

Was dich erwartet, hier

10 Jan

Eine stürmische Welt und ein warmes Zuhause

Verrückte Köpfe und Mut im Hass

Tausend Ideen und Leidenschaft für dieses Leben

Bereits seit Jahren geplanter Spaß

Laute und leise Töne und Tänze

Ganz viel Nähe

und Sandkasten, Gras

Wer weiß wie es wird

aber es wird eins: Krass.

Aufwachen

1 Dez

Zurückgeworfen, gezogen, gezerrt. In diese Welt, die so kalt ist und manchmal zu heiß. Doch verweilen kannst du nicht in der Logik der Irrationalität, der Klarheit der Nebelschwaden deines Kopfes. Viel zu irdische Bedürfnisse lassen deinen Körper reagieren, sich aus der gedanklichen Welt entfernen und du weißt: Genau so wird es nie wieder sein. Schade, manchmal. Aber nicht immer.
Du kehrst zurück und beizeiten lässt du noch währenddessen ganze Geschichten zerspringen in dem Wissen, dass alles nur ausgedacht war. Sie haben von Tricks erzählt, aber die brauchst du gar nicht mehr, um zu wissen.
Wenn die Bilder zu gewaltig sind, zu bedrohlich, zu nah – dann gibt es kein Bewusstsein mehr. Dann ist da nur noch die pure Emotion. Das Erleben der Welt ohne Glas und Isolierung, auch wenn dein Kopf dir später das Gegenteil erzählt. Er beruhigt dich, weiß sich nicht anders zu helfen.
Es gab eine Zeit, da war es unmöglich, zur unrechten Zeit aufzuwachen. Sie probierten es, ihre Stimmen drangen ein in die Träume. Und machten dir Angst. Denn du hattest keine Kontrolle, konntest diese Welt nicht verlassen. Tausend Mal machtest du die Tür auf, schaltetest den Wecker aus, riefst „ich bin doch hier“. Doch immer wieder wurde dir bewusst, du warst noch gefangen im Schlaftraumland.
Heute ist es anders. Nur noch selten lassen sie dich überhaupt hinein, viel zu wenige Bilder geben sie dir mit und der Rauswurf ist stets gnadenlos und unwiderruflich.
Geschenke, so kostbar wie kein anderes Gut sind die Worte und Gestalten, die sich dir offenbarten des Nachts und die du in dieser anderen Welt herumrollen lässt von links nach rechts und von rechts nach links. Und die du über die Jahre hütest wie die kostbarsten Schätze, noch halb auf der Suche und halb schon verstehend.

Gedankenfriedhof

21 Nov

Immer wieder so einfach, ich hab es doch schon tausend Mal getan. Ich weiß genau wie es geht, hab es gar nicht mehr nötig, denn ich weiß ja, wie es ist.

Und dann: Doch einfach mal die Worte aussprechen. Direkt, durch die kalten Tränen hindurch – und die heißen auch.

Ich hab das Problem schon gelöst, weiß genau, wo es liegt.

Doch hab ich vergessen, dass es nur durch die Aktion sich wirklich auf-lösen kann. Durch den lauten Klang der deutlichen Worte, der klaren Botschaft. Der ehrlich ausgesprochenen Sätze, die ansonsten ganz hinten auf dem Gedankenfriedhof in meinem Kopf begraben lägen.

Da ich jeden Tag hier spazieren gehe, kommen mir diese Geister lebendig vor. Doch was es heißt, sie zum Leben zu erwecken, merke ich erst durch das gesprochene, ausgedrückte Wort. Die Emotion, die sich verbindet mit dem Gedanken und ihm Leben und ein Zittern einhaucht. Eine Nähe, die ich auf dem Friedhof niemals spüren könnte. Da betrifft es mich nicht, ich habe es dort nur abgelegt. Damit es irgendwann einfach vergeht. Vielleicht. Natürlich nicht.

Heilung beginnt da, wo es weh tut.