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Berlin, nur für mich

8 Dez

So kurz war ich wohl noch nie hier. So früh glaub ich auch nicht. Ich bin sehr erleichtert, als die Veranstaltung mit eben diesen Worten aus meinem Kopf eingeleitet wird, müde sind hier also auch noch andere.
Ich sehe nicht viel von der Stadt, was zum Teil am Regen (oder ist es Nebel?) liegt und zum anderen Teil am kurzen Weg vom und zum Hauptbahnhof. Aber es macht nichts, ich mag den Hauptbahnhof. Aussicht gibt es trotzdem.

Ich kann es nicht beschreiben, aber das muss ich heute auch gar nicht. Ich bin einfach nur mal hier. Viel zu sehr habe ich mich ständig beobachtet und analysiert bei meinen früheren Besuchen. Dieses Mal kann ich es einfach als das nehmen, was es ist: ein Besuch. Und wenn es eines Tages mehr ist…ok. Aber für heute fahre ich zurück und freue mich, dass dadurch sogar noch jemand anderes nach Berlin fahren kann.

Pfote

24 Jul

Klein und weiß und ein bisschen rosa. So klein, aber schwer auf meinem Bauch. Und dann lagst du auf einmal drauf. Aber das war nur etwa fünf Sekunden gut. Hin und her, ja, nachts ist alles viel spannender. Bis du auf meine Haare getreten bist. Da habe ich dich einfach weggeschubst. Und schwupps – saßt du neben dem Bett. Eines deiner neun Leben vielleicht aufgebraucht, aber viel wahrscheinlicher ist, dass es dir gar nichts ausgemacht hat. Oder du einfach nur überrascht warst.

Anhänglich bist du geworden, im Alter. Je schwerhöriger, desto lauter dein – nennen wir es mal – Brüllen. Klägliches Miauen hätte einfach nicht zu dir gepasst. Du warst schon immer ein starker, wilder, verrückter Selbstversorger. Aber eigentlich hattest du nichts gegen Leckerlis und Streicheleinheiten. Eigentlich nicht, jedenfalls nicht, nachdem du zur Ruhe gekommen bist. Endlich, nach über fünfzehn Jahren. Aufgewachsen in der „Wildnis“, die wir Menschen Campingplatz nennen. Abgehärtet, immer im wahren Leben. Bis sie dich mitgenommen haben. Diese Menschen. Und weitergereicht, aber nur zu deinem Besten. Und das wusstest du.

Ganz selten mal ein Blick aus dem Fenster in den Innenhof. Weil da eine Katze saß. Aber du hast nur geschaut. Die Zeiten waren längst vorüber, den Preis hast du nur allzu gern bezahlt. Du wusstest einfach, was das Leben da draußen noch so mit sich bringt. Irgendwann lernt man sie wohl schätzen, die Sicherheit. Zumindest wenn man gefühlte hundertzwanzig ist.

Klein und weiß und ein bisschen rosa. Braune Erde, frisch ausgehoben und noch nass vom Regen. Schlaf gut, Kleiner.

 

An dunklen Tagen in Hamburg

7 Nov

Enge. Schwere. Stickig. Luft.

Drück mich, halt mich, dieser Duft.

Nichts ist, wie es einmal war.

Dennoch alles wie zuvor.

Hamburg, deine Seele ruft.

Viel zu dunkel, diese Tage.

Viel zu lang, zu nass, kein Halt.

Regen, grau, viel schwere Ware.

Die Erinnerungen werden kalt.

Nach dem Sturm

22 Okt

Foto(4)

Da mussten einige Schirme ihr Leben lassen…

Wasser

17 Jul

Wasser

Es ist überall. Um uns herum, unten drunter, manchmal kommt es auch – klatschnass – von oben. Wir brauchen es zum Trinken, können drin schwimmen oder paddeln oder drauf segeln oder reinlaufen oder untergehen. Ob Elbe, Alster, Bille, Badeteich, jeder hat in Hamburg „sein“ Wasser gefunden. Und sei es das Alsterwasser im Biergarten.

Wir haben sogar das kühle Nass in unseren Sprachgebrauch integriert. „Frag ihn mal, wasser will.“

Bestellst du dir in Hamburg ein Wasser im Restaurant, bekommst du kein Leitungswasser. Du bekommst ein Mineralwasser, mit oder ohne Kohlensäure. Wenn du nichts dazu sagst, selbstverständlich mit. So ist es ja auf die Welt gekommen, praktisch.

Bestellst du zum Beispiel in Osnabrück ein Wasser, gibt es das „mit“ oder „ohne“. Und das bezieht sich nicht auf die Kohlensäure, sondern auf den Geschmack. „Wasser ohne“ ist also Mineralwasser mit Kohlensäure.

Wirklich.

Eigentlich machen wir uns ja nicht so viele Gedanken ums Wasser, denn es ist hier im Überfluss vorhanden. Manchmal sogar so sehr, dass es zur Überschwemmung kommt. Aber dann, im Sommer, kommt diese magische Zeit, wo das Wasser zum Baden einlädt oder zur Wasserbombenschlacht oder zum Wasserpistolenkampf, oder auf dem Dom zur Wasserbahnfahrt oder ein simples Wassereis für eine Erfrischung sorgt und dann wird dieses stinknormale, durchsichtige, geruchslose, nasse Element ganz kurz zu etwas Besonderem.

Das kleine Regen-ABC

20 Jun

Aus gegebenem Anlass.

Am Regnen: Ist es hier in Hamburg oft.

Bei Regen: Sollte man den Schirm rausholen.

Chinese New Year’s Parade Vancouver 2012: Da hat es auch ordentlich geregnet.

Dauerregen: Kann schon mal Wochen lang gehen. Das ist dann aber schon der  echte Landregen. Den haben wir in der Stadt eher selten, aber die Hansestadt schafft schon mal ein paar Tage am Stück.

Endlosregen: Siehe auch Dauerregen.

Fütze: Entsteht nach dem Regen. (Sorry, unter P hab ich schon was anderes.)

Gewitterregen: Kann eine Abkühlung verschaffen.

Hamburger Regen: Den gibt es nur hier. So richtig schön grau und schmutzig. Und dauerhaft.

Im Regen stehen: Doof. Vor allem wenn man auf den Bus wartet.

Jack Wolfskin: Macht tolle Regenklamotten für Deutsche.

Kalt: Ist es oft während des Regens und vor allem danach.

Lola: Ich hab dich lieb!

Matsch: Nach dem Regen.

Nieselregen: Oh ja, der ist fies. Siehe auch: Sprühregen.

Ohne Regen: Ist’s auch manchmal doof

Prasseln: Schön.

Qualitätsregen: Gibt es nur in Hamburg.

Rain Boots, auch Gummistiefel: Immer eine gute Idee!

Sprühregen: Man sieht ihn nicht und wenn man dann aus der Tür geht, überrascht er dich. (In Hannover gibt es zum Beispiel keinen Sprühregen, hab ich heute erfahren.)

Tropfen: Können klein oder groß sein.

Überfrierende Nässe: Gefährlich.

Vancouver: Regen-Partner-Stadt von Hamburg! Hier regnet es genauso oft und genauso lange am Stück. Genauso verregnet: Seattle (siehe Foto).

Wetter: Macht was es will, nicht nur im April.

Xylophon: Hat nix mit Regen zu tun.

Yang: Happy Birthday!

Zum Schluss: Hoffe ihr habt alle einen schönen Abend trotz Gewitter!

Seattle

Seattle 2012

Hamburg-Sommer

29 Mai

Sommer – wenn es ständig regnet

Sommer – wenn die Sonne weint

Sommer – wir sind so gesegnet

Sommer. Wenn es nur so scheint.

Sonne – halten Wolken versteckt

Sonne – bist du schon verreckt

Sonne – wann wirst du aufgehen

Sonne. Ich werde immer hier stehen.

Wärme – spürt man hier nur selten

Wärme – und doch ist sie da

Wärme – kann man nicht vergelten

Wärme. Regen. Sonnenklar.