Tag Archives: Schreiben

Bauen, konstruieren und erzählen…

20 Aug

Das Ge-Schichte kann einem schon ganz schön auf die Nerven gehen. Wenn eine auf die andere gelegt wird, oder wir sie nacheinander abtragen.

 

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Fragen, Fragen, Fragen!

24 Aug

Nominiert für den Liebsten Blog Award (zu dem man hin und wieder von lieben Mitbloggerinnen und Mitbloggern nominiert wird, aber niemals gewinnt – außer ganz tollen Antworten und Einsichten, Gedanken und hoffentlich Inspiration), antworte ich heute sehr, sehr gern auf die spannenden Fragen von Madame Contraire. Für eigene Fragen reicht meine Kraft und Inspiration heute leider nicht aus.

Vielen Dank, liebe Madame. Ist es wirklich schon fast ein Jahr her? Die Zeit rennt…ich hoffe ebenfalls auf baldige Wiederholung unseres beinahe schicksalhaft anmutenden Treffens im goldenen Oktoberlicht 😉

1.Madame duzt, Madame siezt, Madame ist verwirrt. Wie halten Sie es mit Duzen und Siezen, was bedingt die jeweilige Anrede und was steckt letztendlich Ihrer Meinung nach hinter all dem Formalismus?

Verwirrt bin ich auch des öfteren, besonders, wenn Leute dich beim Vornamen nennen und dann siezen. Da weiß ich absolut nicht mehr zu antworten. Ich verwende dann auch den Vornamen und versuche, dem DU / SIE aus dem Weg zu gehen. Man ist überrascht, wie lange das gelingt. Nicht wahr?

Also grundsätzlich duze ich gerne und schnell. Wenn jemand älter als ich aussieht (also so ab vierzig würde ich sagen), dann fange ich manchmal mit einem Sie an. Letztens hab ich einen Mann an der Kasse neben mir geduzt und den Kassierer (der offensichtlich jünger war) gesiezt. Das hat mich selbst überrascht.

Im geschäftlichen Bereich sieze ich sehr stringent. Das habe ich von einer Freundin übernommen, die in Wien aufgewachsen ist. Sie hat eine absolut selbstverständliche Art, die Form zu wahren und höflich zu sein. Die läuft einem in Hamburg so nicht über den Weg. Die Leute duzen sich, siezen sich, sind verwirrt…sie ist da sehr klar und das liebe ich. Ich finde auch, man bietet das Du an. Von oben nach unten. Punkt.

Ich bin total gerne im englischsprachigen Ausland unterwegs, da kann man alle Leute höflich youzen. In Frankreich wäre ich wahrscheinlich überfordert. Mehr noch als hier.

2.Wenn Sie zurückschauen auf Ihren ersten Blogeintrag, sich Ihre ursprüngliche Intention vor Augen halten, weshalb Sie ein Blog gestartet haben: Haben sich Ihre Ziele im Laufe der Zeit verändert? Haben Sie erreicht, was Sie ursprünglich beabsichtigt haben mit Ihrer Blogidee?

Oh Gott, ich glaube ich wollte witzig sein. Ich wollte meinen Gefühlen Ausdruck verleihen (gefangen in einer Stadt, die ich liebe und hasse – mich selbst gefangen haltend und wohl darum wissend) und außerdem etwas Neues, Interessantes machen.

Im Laufe der Zeit haben sich meine Ziele absolut geändert und irgendwie auch nicht. Ich möchte immer noch witzig sein, aber das ist nicht mehr die Hauptmotivation. Vor allem möchte ich schreiben – ohne Schranken im Kopf. „Tourist im eigenen Leben“ sein. Leider hat mich die Hamburg-Nummer ziemlich schnell ziemlich stark eingeschränkt. Ich habe dann auch einfach über alles Mögliche geschrieben.

Irgendwann öffnete ich noch ein Blog mit englischen Gedichten, gab das aber bald wieder auf. Es schien alles gesagt zu sein.

Habe ich mein Ziel erreicht? Wahrscheinlich habe ich keinen wirklichen Beitrag zur Bloggerszene Hamburgs geliefert, war selten wirklich witzig und auch sonst ist das Ganze etwas eingeschlafen. Zwischendurch ist es immer noch ein gutes Ventil, aber ich schreibe inzwischen regelmäßig woanders. Anonym. Das gibt mir wesentlich mehr Freiheit.

3.Waren Sie schon einmal gedanklich soweit, Ihren Blog wieder zu schließen? Welche Tiefen sind Ihnen als Blogger schon begegnet?

Ja, ein paar Mal. Dann habe ich einfach eine Pause einlegt und festgestellt, dass es okay ist. Wenn man nach Wochen oder Monaten „zurückkommt“, sind die gleichen großartigen Leute wieder oder immer noch da, oft kann man sogar tolle Beiträge „nachholen“ und hat in der Zwischenzeit etwas erlebt, worüber es zu schreiben lohnt.

Ansonsten Tiefpunkte wohl eher in der Hinsicht, dass ich mich verfranst habe. Mehrere Blogprojekte nebeneinander haben nicht so gut funktioniert. Inzwischen schreibe ich hier nur noch unregelmäßig, aber mit viel Spaß – auf der anderen Seite geht es um ganz andere Dinge.

4.Und welche Höhen haben Sie in Ihrem Bloggerleben bereits erlebt? Ein besonders denkwürdiges Blogereignis?

Mein absolutes Highlight war im letzten Oktober, als ich einige Blogger persönlich kennen lernen durfte, unter anderem die phantastische Madame Contraire. Unglaublich, dass das fast ein Jahr her ist…

Außerdem bin ich ganz froh, dass ich mir meine eigene Strenge genommen habe und nur noch zum Spaß blogge.

5.Wenn Sie anonym bloggen: Lassen Sie Menschen aus Ihrem realen Umfeld in den Genuss Ihres Blogs kommen? Warum nicht?

Nein, denn die sollen hier mitlesen. Anonym schreibe ich, um völlig frei von den Themen hier zu sein und ohne im Hinterkopf zu haben, für jemanden zu schreiben.

6.Haben Sie sich schon einmal gewünscht, einen Blogbeitrag nie veröffentlicht zu haben?

Absolut. Einmal habe ich panisch darüber geschlafen, um am nächsten Morgen festzustellen, dass der Beitrag doch ganz okay war.

Einmal habe ich einen Beitrag nach einem Tag gelöscht. Wochen später stellte ich ihn dann wieder ein – der musste einfach reifen.

Einen habe ich sofort wieder gelöscht. Weil ich wusste, wer alles mitliest und niemanden verletzen wollte (obwohl die Person interessanterweise nie direkt mitgelesen hat, aber durch andere davon hätte erfahren können).

Einmal hat sich jemand angesprochen gefühlt, der gar nicht gemeint war – da habe ich gelernt, loszulassen. Du weißt nie, was wie von wem auch immer aufgenommen wird.

7.Wie viele unveröffentlichte Beiträge liegen noch in Bearbeitung, wie viele davon werden es voraussichtlich zur Veröffentlichung schaffen?

Nicht so viele. Vielleicht zwei. Wenn ich etwas scheiße finde, lösche ich es sofort. Die beiden liegen wahrscheinlich nur noch rum, weil ich die Idee immer noch gut finde, aber keine Lust habe auf die Umsetzung.

8.Inspiration, Technik, Ritual, Zeiteinteilung. Wie schreiben Sie?

Ein Thema zum Heulen. Ich möchte gerne regelmäßig schreiben, schaffe es auch zeitweise. Dann wieder schreibe ich an ganz anderen Dingen als ich eigentlich wollte. Es ist also noch sehr infantil. Wobei ich nicht weiß, ob ich wirklich erwachsen schreiben möchte…

9.Mögen Sie Kuchen?

Klar mag ich Kuchen. Das einzige was noch besser ist als Kuchen, ist Kuchenteig. Oder Eiscreme. Oder Schokolade.

Oh, ich weiß es: Schokoladeneistorte!!!

10.Wie lautet die Frage, die Sie schon immer einmal gerne gestellt bekämen? Sie dürfen Ihre Antwort darauf natürlich gleich mitliefern, wenn Sie möchten.

Auf die Gefahr hin, einen wirklich guten Flow zu unterbrechen: Ich weiß es gerade nicht. Ich denke aber weiterhin darüber nach und werde die Frage bei Gelegenheit nachliefern.

Wer Lust hat, darf sich auch eine ausdenken 😉

Gastbeitrag der Katze…

14 Aug

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Kurzgeschichte Teil 2

21 Mai

In Wirklichkeit habe ich meine Großmutter nie kennen gelernt. Sie ist vor zwei Wochen gestorben und ich habe davon bloß am Rande erfahren. Im Prinzip interessiert es mich nicht, wer sie war. Ich denke mir solche Geschichten bloß aus, weil ich es kann. Weil sich die Möglichkeit bietet. Sie hat nichts mit der Realität zu tun – zumindest nicht, so weit ich weiß. Und wenn doch, ist es auch egal.

Ich bin eine notorische Lügnerin. Ich habe schon als Kind gelogen – nicht nur, um mich vor Strafe zu schützen und mir Aufmerksamkeit zu erschleichen, sondern auch, um mich und vor allem die Welt interessanter zu machen. Was letztlich wieder zur Aufmerksamkeit führt. Und genau da liegt auch mein Problem: Ich bin mit meiner Aufmerksamkeit so sehr bei meinen Lügengeschichten, dass ich kaum noch welche für die reale Welt übrig habe. Eine erfundene Geschichte kostet nämlich unglaublich viel Konzentration und Kraft. Das Aufrechterhalten von Konstrukten ist um einiges schwerer und anstrengender als das Merken von tatsächlich passierten Geschehnissen. Nach den Lücken fragt in der Realität keiner. Und wenn doch, lässt sich das schon füllen oder ablenken. Aber wehe, es taucht ein Fehler in der Lüge auf! Sie droht sofort zusammenzubrechen. Das liegt nicht nur daran, dass Unregelmäßigkeiten oder Widersprüche die Logik und den Fluss einer Geschichte gefährden. Schließlich sind wir Menschen voller Widersprüche. Zur Not könnten wir die Lüge immer irgendwie retten. Aber dann müssten wir uns mit ihr identifizieren – und sie wird zur Wahrheit, verliert ihre Funktion.

Vor allem ist eine Lüge aber auch so fragil, weil wir schon so viel Energie in sie investiert haben. Wenn dann Fehler auftauchen, ist sie es manchmal einfach nicht mehr wert, aufrechterhalten zu werden. Solange sie uns leicht von den Lippen geht, kostet eine Lüge nicht viel und gibt uns sogar etwas. Die Freude an einer guten Geschichte oder das Gefühl, die Welt zu beherrschen. Wir schreiben die Geschichte. Natürlich nicht die echte, das wäre ja ganz schön vermessen.

Aber die Wahrheit kann uns erleichtern, wenn eine Lüge „auffliegt“. Nicht nur aus moralischen Gründen, wie wir uns so gerne einreden. Das Aufgeben der Lüge verschafft auch Erleichterung, da wir nicht mehr so hart dafür arbeiten müssen. Sondern einfach mal durchatmen, einfach nur da sein. Die (Neu-)Erschaffung der Welt ist auf Dauer immerhin ziemlich anstrengend.

Das Werkzeug

9 Okt

Nein, einen Hammer brauche ich nicht, vielen Dank. Eine Säge? Um Gottes Willen. Den Pinsel schaue ich mir aber gern einmal an. Ach, eine Leinwand haben Sie auch da? Immer her damit.
Ein Füllfederhalter, wie schön. Kalligraphie wollte ich schon immer einmal lernen. Was ist denn das hier? Ein Schlüssel…eine Feile. Ein Glas. Auch damit kann natürlich gearbeitet werden. Wissen Sie, eigentlich sind meine Hände ja schon Werkzeug genug. Aber manchmal darf es dann doch etwas mehr sein.
Eine Verlängerung, eine Veredelung, eine Verfeinerung.
Oh, was haben wir denn hier? Messer, Gabel, ein Schneebesen, ein Löffel. Eine Harke und ein Besen, eine Schaufel. Wie ähnlich doch die Werkzeuge aussehen – in der Küche und im Garten.
Sie sammeln auch Sportgeräte? Wunderbar. So viele Schläger. Da tun sich ja Welten auf. Und jeder einzelne heiß und innig geliebt, lange getragen und geschlagen. Allein die Auswahl darf Stunden gedauert haben. Vom einen zum nächsten, immer eine Stufe leichter, besser, hochwertiger.
Ein Springseil. Das ist pure – in die Luft gesprungene – Kunst, von klein bis ganz groß.

So, jetzt sind wir fast durch mit den Räumen. Aber Sie wissen, deswegen bin ich gar nicht hier. Das ist zwar alles schön und gut, aber zeigen Sie mir doch bitte nun, weswegen ich hergekommen bin. Da hinten ist die Tür, ich sehe sie doch. Diese wunderbar verzierte, aberwitzig große Tür, die dennoch nur dem geübten Auge auffallen kann. Lassen Sie uns einen Blick hinein werfen, ich bin bereit.

Genau so habe ich es mir vorgestellt. Reduziert auf das Wesentliche, den eigenen Sinnen Raum gebend. Aber was genau ist in dieser Schatulle? Ich muss es sehen, will es haben, werde es Ihnen abkaufen. Ich zahle jeden Preis.
Dieses ultimative Werkzeug, mein heiliger Gral. Sie lassen mich einen Blick hinein werfen, ja?

Aber … sie ist ja leer.

Der Vorhang

7 Okt

Da
Das Telefon klingelt. Es klingelt genau fünfzehn Mal. Es ist ein altes Telefon, mit einer Schnur. Der Hörer würde sich maximal zwei, drei Meter von seiner Station entfernen lassen.
Es ist eines dieser alten Telefone, weil heute jetzt ist. Aber wir sind hier, im „alten“ Jetzt, im vorherigen Heute.
Es klingelt. Lang. Ein lang gezogenes „Rrrrrrrriiiiiiiinggggggg“. Und das also fünfzehn Mal. Weniger ist einfach nicht echt. Aber ich nehme den Hörer nicht ab. Stattdessen starre ich die Scheibe an, mit den Nummern.
0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9.
Jede gewählte Zahl gäbe einen Laut von sich beim Zurückrudern der Wählscheibe. Ein leises tock-tock-tock. Das wäre wohl die drei gewesen. Es ist fast schon ein Schnurren, aber Katzen können das schöner.
Es klingelt immer noch (wie gesagt, fünfzehn Mal müssen wir es hören).
Am Ende ist das Telefon stumm. Als hätte ich mir sein Klingeln bloß eingebildet. Als wäre es nur ein Stück leblose Dekoration.
Ich weiß genau, wer mich angerufen hat. Aber ich wollte sie nicht sprechen.
Ich stehe langsam vom Sofa auf. Es ist ein schönes Sofa. Darauf habe ich Wert gelegt.
Langsam drehe ich mich zur Seite, mein Blick gleitet an einer Vase entlang, bleibt an einem Bild haften und schließlich – sehe ich den Vorhang. Er weht seicht im Wind, färbt sich mal ein, dann ist er wieder grau.
Ich warte, wie jeden Tag. Aber sie kommt nicht her. Irgendetwas hält sie gefangen auf der anderen Seite.
Und mich auf dieser.

Hier
Ich lege das Telefon aus der Hand. Ich wollte ihr sagen, dass ich sie nicht besuchen werde. Wollte mich bei ihr entschuldigen, weil ich weiß, dass sie wartet. Sie macht praktisch nichts anderes als neben dem Telefon sitzen (und nicht rangehen), ein paar Spaziergänge unternehmen und über Katzen nachdenken. Und sie hat wirklich komische Gedanken, was Katzen angeht. Kranke Gedanken. Anders geht es leider nicht.
Sie wartet, aber ich werde sie enttäuschen müssen.
Denn sie lebt in einer kopierten Welt, einer idealisierten Welt. Einer eingefrorenen, nicht echten, nicht meiner.

Da
Ich liege auf dem Sofa und denke zwanghaft an Katzen. Katzen und Messer. Ich kann nicht anders, es ist meine Natur. Aber irgendetwas in mir rebelliert dagegen. Der Vorhang rauscht ein bisschen. Auf dem Tisch steht eine Flasche Bier, halb leer.
Das Telefon klingelt. Lange Klingeltöne, acht an der Zahl. Ich nehme den Hörer ab.
„Hallo?“
„Hallo. Ich werde nicht zu dir kommen.“
„Warum nicht?“
„Du lebst in einer Kopie, einer idealisierten Welt, einem Quasi-Murakami-Universum.“
„Na und?“
„Ich habe mich entschieden, dass das nicht reicht. Dass es nicht funktionieren würde. Und sein wir mal ehrlich, morgens um vier Uhr aufstehen, um die ersten Sonnenstrahlen einzufangen, ist auch nicht mein Ding.“
„…“
„Es tut mir leid.“
„Warum bist du nicht hergekommen, um es mir persönlich zu sagen? Ich weiß doch, dass du nur zu gern mal hinter diesen Vorhang schauen würdest.“
„Ja, darüber habe ich nachgedacht. Aber dann gäbe es kein Zurück mehr.“

Sie sagte mir Lebwohl. Ich legte den Hörer auf und überlegte, was ich nun mit meiner Zeit anfangen sollte. Das Telefon würde so schnell nicht mehr klingeln.
Ich streifte ruhelos durch die Wohnung, dann sammelte ich ein paar Kleidungsstücke ein und machte mich auf zur Reinigung.

Hier
Ich atmete tief aus. Es war richtig, aber es fühlte sich seltsam an. Ich war frei und doch verloren. Was sollte ich nun mit meiner Zeit anfangen, wenn ich nicht mehr an den Vorhang dachte und da anrief? Ich stand auf, streifte ruhelos durch die Wohnung und schließlich öffnete ich die Haustür. Dann ging ich einfach los, durch mein eigenes Leben. Der Rest würde sich finden.

Der dritte Entwurf…

1 Okt

…heute Abend. Und dabei waren die ersten beiden gar nicht mal so übel. In einer Woche, wenn ich sie noch einmal lesen sollte, werde ich mich vielleicht fragen, was los war. Warum nicht veröffentlichen?
Doch das Problem: Zu persönlich. Zu emotional. Zu… was eigentlich?
Entferne ich mich von meinem eigens gewählten (Blog)Titel? Ist mir auch früher aufgefallen, aber da machte es nichts. Zu unabstrakt, zu wenig künstlerisch, zu wenig wertvoll? Sehr willkürliche Kategorien, wenn ihr mich fragt.
Ach je, diese ewige Selbstreflektierung kann einem ja echt den letzten Nerv rauben. Aber zu irgendetwas wird es schon gut sein.
Vielleicht.

Herbst. Die Blätter verfärben sich, rollen sich ein, die Tinte bleicht aus oder wird vom Regen davongespült, mitsamt der Blätter, in letzter Not vollgekritzelt.

Es wird früh dunkel, die Straßen sind rutschig, genau wie jedes Jahr.

Und mittendrin im Sturmtrubel ein zarter Duft, ein warmes Getränk – ein Kakao. Und noch einer. Danke euch beiden.

Der Kakao geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Marshmallow-Stückchen, die sich langsam auflösen (so gar nicht meins, sobald sie geschmolzen sind).
Die pure Schokoladenverführung in Vancouver im Coffeeshop.
Eine wunderschöne Dose, ein Geschenk, unvergessen.
Meine erste heiße Schokolade. Bäh. Mit Haut.
Und dennoch – Kakao. Das Wort zerfließt auf der Zunge und in den Ohren.
So viele Bilder, manche schon tief verschüttet und nun aus dem Staub gezogen – dem schokoladigen Staub, natürlich.