Tag Archives: Sommer

Eine kleine Geschichte von vielen großen Reisen – an den gleichen Ort.

15 Okt

Im September flogen sie alle nach Kalifornien.

Ein junges Ehepaar, das in absehbarer Zeit ein Kind erwartet.

Ein noch relativ junges Paar, das einen Lebenszeitpunkt feiert.

Ein sehr junges Paar, das einen wichtigen Schritt hinter sich gebracht hat.

Ein weiteres, noch relativ junges Paar, das den ersten gemeinsamen Urlaub zusammen verbringt.

Ein jung gebliebenes Paar, das einen besonderen Geburtstag feiert.

Zwei einigermaßen junge Freunde, die dem Alltag entfliehen wollten.

Und zu guter Letzt ein relativ junges Paar (ja, noch eins), das einige Distanzen zu überbrücken hat.

Ich werde keine Namen nennen.

Aber irgendwie kommt immer irgendwer aus Hamburg oder Umgebung.

Die zukünftigen Eltern fliegen am gleichen Tag wie wir, jedoch treffen wir uns nicht. Wir nehmen nämlich den coolen Weg – über München. Über eine Stunde fliegen wir in den Süden, um danach genau die gleiche Strecke zurück zu fliegen. Und dann noch viel weiter. Nämlich noch elf Stunden. Als wir schließlich in Los Angeles landen, sind wir ganz schön müde. Nur einer nicht, der hat die ganze Zeit im Flugzeug wunderbar geschlafen.

Das sehr junge Paar ist zu dieser Zeit schon wieder zu Hause, während das jung gebliebene Paar ein paar Tage vor uns in den USA eintrifft. Leider verpassen auch wir uns, denn sie nehmen eine andere Route und fahren uns praktisch entgegen und davon. Das andere, noch relativ junge Paar, besucht Freunde in L.A. und fährt dann weiter Richtung Vancouver – mit dem Zug. Zwei Tage sind sie unterwegs. Diese Freunde werden wir zum Ende unserer Reise auch kennen lernen, sogar bei ihnen wohnen. Aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wir fahren nach Norden. Malibu. Santa Barbara. Strände, Sonne, Meer, erster richtiger gemeinsamer Urlaub.

Wir fahren jeden Tag vielleicht 200 Kilometer, aber das ist nichts im Vergleich zu dem Pärchen, das seine Distanzen überwinden will. Sie legen jeden Tag zwischen 300 und 500 Kilometer zurück. Gemeinsame Kilometer. Wir fahren die Küste entlang nach Norden, den Highway 1 entlang. Entdecken Seelöwen, Pelikane, ein dänisches Dorf mitten in Amerika. Jeden Abend fallen wir wie die Steine ins Koma. Um dann spätestens um sechs wieder hellwach zu sein. Ist das der Jetlag? Wer weiß. Wir schießen unzählige Fotos und lassen uns massenweise Bilder ins Gedächtnis brennen. Von den Menschen und der Landschaft und Alcatraz. Die Freunde, die dem Alltag entflohen sind, treffen wir nicht, obwohl wir uns alle zur gleichen Zeit in San Francisco aufhalten. Viel zu kurz die Tage, zu viel zu erkunden.

Dann fahren wir zurück nach Süden und wohnen in L.A. bei den Freunden unserer Freunde (die inzwischen in Vancouver waren und ihre große Rundreise durch die Staaten fortsetzen). Unsere Gastgeber sind unglaublich offen, nett und hilfsbereit. Und sie haben zwei Katzen. Wunderbar. Nach drei weiteren Tagen, die wie im Flug vergehen, fliegen wir nach Hause.

Bilder für die Seele

Dies war nur einer der phantastischen Eindrücke…

Geschichten, Fotos, Erlebnisse, alles wird ausgetauscht. Irgendwie hat doch jeder eine andere Reise gemacht.

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Wichtige Erkenntnisse – back to Hamburgo

1 Okt

Ich habe mal wieder meiner Lieblings-Heimats-Traumstadt Hamburg (momentan ist es aber auch echt phantastisch: eisige Sonne und so gut wie kein Wind) den Rücken gekehrt. Es ging ganz spontan ganz weit weg – ins warme und sonnige Californien.

Gerade noch rechtzeitig, nämlich bevor die Vereinigten Staaten von Amerika „heruntergefahren“ wurden, flogen wir dann auch am Sonntag zurück nach Hause. Die armen Touristen, die jetzt noch da sind, kommen nun in keine Nationalparks mehr hinein (zu denen zum Beispiel auch Alcatraz zählt – und das muss man einfach echt gesehen haben). Der Vollständigkeit halber und des Anstands wegen sei noch erwähnt, dass es selbstverständlich für die US-Bürger und Staatsangestellten noch schlimmer ist, deren ganzes Leben vom Shutdown beeinträchtigt wird. Obamacare, ich drück dir die Daumen (wobei ich die sehr persönliche Namensgebung einer so umfassenden Reform für Jedermann doch eigentlich etwas fragwürdig finde).

Während der Tour gab es für mich zahlreiche wichtige und auch weniger wichtige Erkenntnisse.

1. Ich habe unheimlich viele (europäische, arrogante) Vorurteile gegenüber den USA und ihren Einwohnern. Die meisten ließen sich kurieren. Die anderen muss ich nochmal direkt mit der Regierung besprechen (aber wie ich sie kenne, liest sie eh fleißig mit…)

2. Frühstück bei Starbucks in Nordamerika ist toll – aber auch wirklich nur da. (Das wusste ich aber auch schon vorher.)

3. Der Walk of Fame in Hollywood ist nicht annähernd so imposant wie gedacht. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes „unterwältigt“.

4. Autofahren und L.A. sind keine gute Kombination, aber es geht leider auch nicht anders. Danach fühlt man sich auf den heimischen Straßen allerdings rundum glücklich.

5. Wenn man Urlaub entlang des Highway 1 macht, begegnet man mehr deutschen Touristen als Einheimischen. Zumindest im späten September.

6. In den Staaten fehlen ein paar kanadische Dinge. Wie zum Beispiel bunte Dollars, Tim Hortons, Oat-Fudge-Bar, das „eh“ und die „washrooms“.

Golden Gate Bridge im goldenen Sonnenlicht

Golden Gate Bridge im goldenen Sonnenlicht

Jetzt muss ich wieder raus in die Sonne! (Sonst schlaf ich gleich ein – Jetlag und so…)

Die Party als Plus Eins oder „Der Kollegen-Leim“

30 Aug

Letztens wurde ich von meinem Freund auf eine Firmenfeier mitgenommen – die Sommerparty.

Als Plus Eins hat man Vor- und Nachteile. Erstmal kennst du niemanden, fühlst dich nicht so schnell integriert wie diejenigen, die zur Firma gehören und die sich sofort entspannt unter ihre Kollegen mischen können. Dagegen musst du nicht besonders drauf achten, ob du dich betrinkst, verquatschst oder sonst wie daneben benimmst. Am nächsten Tag musst du nicht zurück in die Firma und den „Walk of Shame“ hinlegen, solltest du dich absolut blamieren.

Einmal unter das Partyvolk gemischt, habe ich sogar noch ganz andere interessante Vorzüge entdeckt. Auf einer Firmenfeier gibt es – zumindest ab einer gewissen Größe – so etwas wie einen „Kollegen-Leim“. Diese unsichtbare Substanz hält kleine Grüppchen in sich zusammen. Wenige Individuen zirkulieren über das Gelände und hängen sich an neue Grüppchen. Die meisten kleben über Stunden mehr oder weniger zusammen. Ist es das Vertraute? Ist es die Angst vor dem Neuen? Oder Bequemlichkeit? Oder ist es sogar eine Art Pflichtgefühl? Irgendetwas jedenfalls hielt diverse kleine Menschenansammlungen verlässlich zusammen. Und ich durfte als Plus Eins, völlig befreit von jedem Pflichtgefühl, zwischen allen hin- und her laufen. Die Gruppierungen variierten selbstverständlich. Bei 600 Leuten ließ es sich nicht vermeiden, dass auch mal mit anderen Kollegen geschnackt wurde als mit dem engsten Kreis, den man sowieso jeden Tag acht bis zehn Stunden sieht. Diejenigen, die schon länger in der Firma sind, haben natürlich auch schon mehr Kontakte geknüpft; die neuen Kollegen hängen sich an die ihnen bekannten Gesichter.

Man kennt es ja auch aus dem privaten Kreis. Bei einer Party stehen, sitzen oder liegen (?) immer genau diejenigen zusammen rum, die sich sowieso schon kennen. Du musst Leute in deinem 16-qm-Wohnzimmer praktisch einander vorstellen (mit dem Nennen der Namen, Händeschütteln, Vistitenkarten austauschen und am besten noch einer witzigen Anekdote), obwohl sich theoretisch jeder sehen oder hören kann und wir ja auch alle erwachsen sind. Noch viel schlimmer ist es auf jeden Fall auf einer riesigen Firmenfeier wie der besagten. Das Ambiente mutet beinahe öffentlich an, aber man läuft wahrscheinlich schnell Gefahr, sich vor einer potenziellen Kollegin zu blamieren, will man locker ins Gespräch kommen. Da hilft nur eines: Trinken und Tanzen. Zumindest sahen das die Leute dort so. Diese Feiern sind doch dazu da, aus seinem (sitzenden) Büroalltag herauszukommen, oder nicht? Entspannt ins Gespräch zu kommen. Hilft jetzt die Plus Eins-Maßnahme oder verschlimmert sie alles nur noch? Wenn du nicht weißt, ob du gerade deinen neuen potenziellen Chef anquatschst oder den Mann einer Kollegin? Und ist Alkohol wirklich die Lösung?

Es war auf jeden Fall ein interessanter Abend.

Berlin

29 Jul

Ein Weckruf um sechs.

Ein Abteil mit Fensterplätzen.

„Will come on board“ and „zänk you for travelling wizz ze deutsche bahn“.

Ankommen und auf nach Friedrichshain.

Baby erobert unsere Herzen.

Wärme. Hitze. Alles klebt.

Sitzen im Park. Ab und zu ein Lüftchen. Dankbarkeit. Spielen im Sandkasten.

Du bist so wunderschön, Berlin.

Wieder sitzen im Park, diesmal für Erwachsene. Es wird dunkel, aber nicht kühler.

Nächster Morgen.

Ein kleines Touri-Programm.

Mangolassi und Melonencocktail mit Freunden aus Hamburg aus Berlin.

Wieder Sitzen im Park mit Kind. Spielen im Sandkasten fällt aus, zu heiß.

Fußball im Fargo. Noch ein bisschen Sitzen im Park. Regen, der sofort verdampft, aber Luft.

Letzter Morgen. Wir werden alle ersticken oder einfach wegschmelzen. Bei 40 Grad.

Bester Brunch aller Zeiten. Datscha. Mehr geht nicht.

Temperatur steigt, aber wir überleben.

Berlinienbus. Klimaanlage. Wieder Dankbarkeit.

Auf nach Hause, Hamburg.

Wolken.

Spree

Nicht die Elbe.

Langeweile, Hitze, Karl

22 Jul

Kennt ihr das, wenn man richtig viel zu tun hat, aber im Kopf trotzdem irgendwie Langeweile herrscht? Die Gedanken sind träge, liegen faul in der Sonne herum und wollen sich nicht zu so richtig in Gang setzen? Die Recsthcshcireibung leidet auch ein wenig….

Mag an der Hitze liegen, über die wir uns ja soooo gerne beschweren, obwohl wir sehnsüchtig drauf gewartet haben. Egal. Mein Kopf ist momentan leer, aber ich habe trotzdem Lust über irgendwas zu schreiben. Also erzähl ich heute mal ein bisschen was von Karl. Karl ist mein innerer Schweinehund. Karl liegt am liebsten auf dem Sofa und will kuscheln und fernsehen. Wenn ich ihm die Leine zeige, weil ich rausgehen will, schaut er mich schief an und geht demonstrativ weg.

Letztens hab ich Karl mit auf den Dom genommen. Für alle Nicht-Hamburger: Das ist dieses ominöse Volksfest mit Achterbahn, Zuckerwatte und Riesenrad, das alle paar Monate „auf St. Pauli“ auftaucht. Karl hat mich die ganze Zeit beleidigt angeschaut, weil er so viele Sinneseindrücke nicht so gut verträgt. Dann hab ich ihn mit in die Wildwasserbahn genommen. Erst schaute er ein bisschen pikiert drein, so „bäh, das ist ja ganz nass und furchtbar schnell“ und als es dann in die Tiefe ging und ich keine Luft mehr bekommen habe, ist Karl aus dem Boot geflogen. Wir haben uns erst eine Stunde später wieder getroffen, aber er hat es mir nicht übel genommen. Karl gönnt mir den Spass, solange wir dann auch wieder ein bisschen Zeit miteinander verbringen und gemeinsam entspannen.

Riesenrad - das größte der Welt angeblich!

Riesenrad – das größte der Welt angeblich!

Wasser

17 Jul

Wasser

Es ist überall. Um uns herum, unten drunter, manchmal kommt es auch – klatschnass – von oben. Wir brauchen es zum Trinken, können drin schwimmen oder paddeln oder drauf segeln oder reinlaufen oder untergehen. Ob Elbe, Alster, Bille, Badeteich, jeder hat in Hamburg „sein“ Wasser gefunden. Und sei es das Alsterwasser im Biergarten.

Wir haben sogar das kühle Nass in unseren Sprachgebrauch integriert. „Frag ihn mal, wasser will.“

Bestellst du dir in Hamburg ein Wasser im Restaurant, bekommst du kein Leitungswasser. Du bekommst ein Mineralwasser, mit oder ohne Kohlensäure. Wenn du nichts dazu sagst, selbstverständlich mit. So ist es ja auf die Welt gekommen, praktisch.

Bestellst du zum Beispiel in Osnabrück ein Wasser, gibt es das „mit“ oder „ohne“. Und das bezieht sich nicht auf die Kohlensäure, sondern auf den Geschmack. „Wasser ohne“ ist also Mineralwasser mit Kohlensäure.

Wirklich.

Eigentlich machen wir uns ja nicht so viele Gedanken ums Wasser, denn es ist hier im Überfluss vorhanden. Manchmal sogar so sehr, dass es zur Überschwemmung kommt. Aber dann, im Sommer, kommt diese magische Zeit, wo das Wasser zum Baden einlädt oder zur Wasserbombenschlacht oder zum Wasserpistolenkampf, oder auf dem Dom zur Wasserbahnfahrt oder ein simples Wassereis für eine Erfrischung sorgt und dann wird dieses stinknormale, durchsichtige, geruchslose, nasse Element ganz kurz zu etwas Besonderem.

Hamburg-Sommer

29 Mai

Sommer – wenn es ständig regnet

Sommer – wenn die Sonne weint

Sommer – wir sind so gesegnet

Sommer. Wenn es nur so scheint.

Sonne – halten Wolken versteckt

Sonne – bist du schon verreckt

Sonne – wann wirst du aufgehen

Sonne. Ich werde immer hier stehen.

Wärme – spürt man hier nur selten

Wärme – und doch ist sie da

Wärme – kann man nicht vergelten

Wärme. Regen. Sonnenklar.