Tag Archives: Spaß

Beim Kindersport

12 Feb

Er klebte mit der Nase an der Tür und schaute sehnsüchtig durch das Glas. So eine endlos lange Zeit lag jetzt vor ihm. Hoffentlich würde sie irgendwie noch lustig werden. Er drehte sich um und lächelte den anderen zu.

Der Kurs ging schon los, doch sie musste noch einmal kurz die Tür aufmachen und sich verabschieden. Einmal winken, ein Küsschen, schnell, schnell – Tür zu.

Sie setzte sich unbeholfen zu den zwei anderen. Erst vorsichtig, dann mit dem deutlichen Zeichen, dass sie sich in das heitere Gespräch einbringen wollte. Ein schüchternes Lächeln, dann war sie aufgenommen in die Gruppe. Bald schon verabredeten sich die drei.

Unbeholfen ging er auf und ab und versuchte, sich zu entspannen.

Währenddessen hatten ihre Kinder Spaß beim Toben und Laufen, beim Tanzen zur Musik und beim Seilspringen – auf der anderen Seite der Tür.

Mini-Wunder-Land

10 Jul

Hast du das schon gesehen? – Guck mal da drüben! – Oh, wie süß. – Komm schnell mit, ich muss dir etwas zeigen, bevor es wieder dunkel wird.

Ja, so geht es vor sich im Miniaturwunderland. Es ist jedes Mal wieder schön, es gibt immer etwas zu entdecken. Ob im großen oder im kleinen Stil. Wer möchte nicht gern einmal die (fertige) Elbphilharmonie ganz exklusiv „betreten“? Und nicht nur Kinder freuen sich über ein Stückchen Schokolade frisch aus der Fabrik. Auch ein Blick hinter die Kulissen ist möglich, mitten in all dem Trubel sitzen Fluglotsen und die Schienenleitung. Hautnah dabei sein.

Las Vegas, die Schweiz (Mann, ist die riesig, jedes Mal wieder), der Flughafen (mein Liebling) oder einfach nur Hamburg. Aus einer Gott-ähnlichen Vogelperspektive betrachten wir hier unseren Alltag und den menschlichen Schöpfergeist, immer wieder, unermüdlich.

Gleise und Gebäude sind ebenso wie Flugzeuge (ja, sie starten und landen wirklich) bis ins Detail liebevoll nachgebaut. Aber auch die zwischenmenschlichen Szenen zeugen von Humor und Dramatik, von Voyeurismus und einem historischem Interesse an uns selbst.

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Mein ganz persönliches Bermuda-Dreieck

15 Apr

Es gibt in Hamburg eine Gegend, in der sollte man sich äußerst vorsichtig bewegen, wenn man sich nicht auskennt. Und selbst, wenn man dort jeden Tag längs fährt, ist noch nicht gesagt, dass alles gut geht. Ich rede nicht vom Hauptbahnhof, auch nicht von St. Pauli und erst recht nicht vom Hafen. Da kann praktisch nichts schief gehen. Nein. Ich spreche vom Dreieck zwischen Altona, der Holstenstraße und Diebsteich. Gefährliches Territorium.

Steigt man in eine S-Bahn der Nummer 11,21,31,3 oder 2, kann es einfach so passieren. Man landet nicht da, wo man hinwollte. Das ist aber noch nicht das ganze Problem. Nun zurückzufahren, erfordert viel Erfahrung oder einen ausgesprochen guten Orientierungssinn. Denn sowohl in Altona als auch am Diebsteich lauert ständig die Gefahr, wieder in die falsche S-Bahn zu steigen. Und auch an der Holstenstraße sollte man wirklich auf die Zugzielanzeige achten.

Als ich einmal zur Holstenstraße wolle, bin ich zu weit gefahren. Ich fuhr aus Versehen zum Diebsteich, dachte mir „kein Problem“ – und stieg in den gegenüberliegenden Zug, um zurück zur Holstenstraße zu fahren. Allerdings landete ich in Altona. Das Problem damals war: Ich fand den Zug zurück nicht. Als ich endlich auf dem richtigen Gleis war, nahm ich die Bahn und erwartete, nun endlich die Holstenstraße zu erreichen. Stattdessen fand ich mich am Diebsteich wieder. Schon wieder! Ich war echt fertig und ging zu Fuß zur Holstenstraße.

Ich bin heute morgen also ganz pünktlich bei meiner Bahn gewesen, stieg ein, fuhr entspannt los – und dann passierte es. Ich war in Altona. Wie war ich plötzlich hierher gekommen? Da sah ich es. Meine S21 war unterwegs einfach zur S3 geworden. Anders konnte es gar nicht sein. Ich stieg also aus und nahm die Bahn zur Holstenstraße. Nicht mit mir, Leute! Heute kenne ich mich aus. Ich grinste zufrieden vor mich hin und sah – Bahrenfeld. So ein Mist.

 

hvv_chaos