Tag Archives: Wetter

Dumpf

16 Sep

Schreiben ohne Ehre,

traumloser Schlaf,

Migräne ohne Kopfschmerz.

Warten auf den Sturm

5 Dez

Inzwischen ist er da. Der Regen peitscht gegen die Fenster, die ersten Blätter und Plastiktüten fliegen durch die Luft. Der Wasserpegel steigt an, Regenschirme biegen sich nach außen oder brechen bereits durch.

Aber das Schlimmste ist das Warten. Sich mental auf den Sturm vorzubereiten, zu wissen, dass er kommt und vieles vernichten oder zumindest kaputt machen wird. Unnötige Aktivitäten im Freien verschieben, wenn man schon vorher gewarnt wurde.

Dann die ersten Windböen, der Geruch von eisiger Luft, die Bilder vergangener Sturmfluten und das Wissen um die Welt danach. Äste und zerbrochene Ziegel auf den Straßen, Bäume auf Gleisen oder in parkenden Autos.

Noch einmal überprüfen, ob die Fenster geschlossen sind, der Balkon leer geräumt, die Vorräte aufgefüllt.

Ich mag diese Situation auch im übertragenden Sinne nicht. Wenn sich ein Sturm aufbaut, von dem man weiß, er wird einiges umwerfen und hinterher ist vieles nicht mehr so wie zuvor. Und dabei einfach nur abwarten zu können. Ich bin lieber aktiv. Aber manchmal kann man eben nur vernünftig sein und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Herausfinden, was man selbst direkt zu beeinflussen in der Lage ist und den Rest akzeptieren. Gewitter reinigen schließlich die Luft und Stürme bringen frischen Wind.

Wollen wir mal hoffen, dass dieser Orkan niemanden böse überrascht.

An dunklen Tagen in Hamburg

7 Nov

Enge. Schwere. Stickig. Luft.

Drück mich, halt mich, dieser Duft.

Nichts ist, wie es einmal war.

Dennoch alles wie zuvor.

Hamburg, deine Seele ruft.

Viel zu dunkel, diese Tage.

Viel zu lang, zu nass, kein Halt.

Regen, grau, viel schwere Ware.

Die Erinnerungen werden kalt.

Die schönste Stadt der Welt – eine Umfrage

24 Okt

Meines Wissens gibt es nur eine Stadt, die tatsächlich von ihren Einwohnern als die „schönste der Welt“ bezeichnet wird. Na gut, wenn man sich etwas lang genug einredet, glaubt man es schließlich. Aber mal im Ernst: Ist das so?

Was ist zum Beispiel mit all diesen wundervollen Metropolen in Europa, den atemberaubenden Großstädten in Asien, den lebensfröhlichen Städten in Afrika, den pulsierenden in Südamerika, den abenteuerlichen in Australien und Neuseeland oder den irrwitzigen Großstädten in Nordamerika?

Regen an 195 Tagen im Jahr (damit liegt Hamburg noch nicht mal in den Top Ten Deutschlands, huch?), dafür mit 1.557 Sonnenstunden im Jahr auch nur knapp über dem deutschen Durchschnitt. Ach, irgendwie kommt uns diese Stadt doch immer so trüb vor.

Schriftsteller wie Wolfgang Borchert schwärmten sogar im Exil (genauer gesagt im Krieg) von der nebligen Stadt an der Elbe:

„Hamburg!
Das ist mehr als ein Haufen Steine, Dächer, Fenster, Tapeten, Betten, Straßen, Brücken und Laternen. Das ist mehr als Fabrikschornsteine und Autogehupe – mehr als Möwengelächter, Straßenbahnschrei und das Donnern der Eisenbahnen – das ist mehr als Schiffssirenen, kreischende Kräne, Flüche und Tanzmusik – oh, das ist unendlich viel mehr. […]

Das sind diese ergrauten, unentbehrlichen, unvermeidlichen Unendlichkeiten der untröstlichen Straßen, in denen wir alle geboren sind und in denen wir alle eines Tages sterben müssen – und das ist doch unheimlich viel mehr als nur ein Haufen Steine! Gehe hindurch und blähe deine Nasenlöcher wie Pferdenüstern: Das ist der Geruch des Lebens! Windeln, Kohl, Plüschsofa, Zwiebeln, Benzin, Mädchenträume, Tischlerleim, Kornkaffee, Katzen, Geranien, Schnaps, Autogummi, Lippenstift – Blut und Schweiß – Geruch der Stadt, Atem des Lebens: Mehr, mehr als ein Haufen Steine! Das ist Tod und Leben, Arbeit, Schlaf, Wind und Liebe, Tränen und Nebel!
Das ist unser Wille, zu sein: Hamburg!“

mehr: Goethe-Institut

Nun denn, es ist wohl mehr als das Wetter. Es ist ein Lebensgefühl. Aber was haltet ihr davon? Stimmt jetzt mit ab, welche tatsächlich die schönste Stadt der Welt ist. In einer Woche werden wir mehr wissen.

Quellen: Regen-Studie von Urban Audit sowie Sonnen-Studie der Men’s Health

Nach dem Sturm

22 Okt

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Da mussten einige Schirme ihr Leben lassen…

Schnupfenzeit

9 Okt

Es ist so weit. Die Blätter zeigen sich von ihrer goldigsten – und schmierigsten – Seite. Mandarinen und Pflaumen füllen nun anstelle von Nektarinen und Wassermelonen die Supermarktauslage. Man hat drei Jacken unterschiedlicher Stärke im Einsatz (leichter Mantel, Übergangsjacke und Winterjacke Stufe 1). Und ab und zu wird schon wieder die Heizung aufgedreht. Es ist Herbst. Der Sommer ist vorbei, absolut und unwiederbringlich.

Ich hab jetzt schon die Nase voll. Im wahrsten Sinne des Wortes. Scheißwetter. Obwohl ich sagen muss, dass das Wetter eigentlich erstaunlich gut ist. Ok, Scheißherbst. Was soll’s. Jedes Jahr das Gleiche. Ich hab eine fette Erkältung. Und die kann ja nur vom Herbst kommen.

So, nun aber genug geschimpft. Hier ein goldiges Foto zur Aufmunterung für alle Verschnupften:

Foto(3)