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Blog-Parade „Die besten Hamburg Tipps“

4 Aug

1. Wo gibt es das beste Fischbrötchen Hamburgs?

Manchmal ist es gut, eine Anleitung zu haben. Manchmal ist es gut, ein bisschen Hilfe zu bekommen. Manchmal ist es einfach nur gut, ein Fischbrötchen zu essen. Doch ich bin im Gegensatz zu Kati von „Typisch Hamburch“ der Meinung, dass es weniger darauf ankommt, wo man das Fischbrötchen herbekommt, als wann man es isst.

Nämlich am besten mit einem Kater. Ja, da kann man den kleinen Fellfreund an der Seite haben, um die Vorliebe für Futter direkt aus dem Meer zu teilen, aber ich meine tatsächlich das Gefühl, nachdem man am Abend zuvor (oder auch vor wenigen Stunden noch), absolut übermüdet und unfähig, den Rausch auszuschlafen, irgendwo in Hamburg herum steht. Sei es am Hauptbahnhof morgens um sieben, weil man seinen Zug erwischen muss/will/kann/darf, sei es am Hafen nach einer durchtanzten Nacht. Dieses Fischbrötchen, liebe Freunde, ist das einzig wahre. Es gibt dir die Energie, die du brauchst – mit dem einzigartigen Hamburgischen Flair. Der Notanker der Hansestadt sozusagen.

2. In welchem Hamburger Club steigen die coolsten Parties?

Die Hamburger Clubwelt bleibt mir ein Rätsel. Zählen die „Läden“, in die ich auf dem Kiez gehen kann, schon als Clubs? Oder handelt es sich bei Clubs um exklusivere Locations, die einen gewissen Standard (in Bezug auf die Bekleidung der Gäste oder deren Portemonnaie) aufrechterhalten wollen? Wenn ich das irgendwann für mich geklärt habe, kann ich vielleicht auch die Frage beantworten, wo es in Hamburg die besten Clubs gibt. Ansonsten zum Tanzen einfach in den nächsten Laden. Schanze, Kiez, vielleicht auch mal etwas raus fahren in eine Disco? Ich bin da wohl eher spontan.

3. Von wo hat man den besten Blick auf die Alster?

Den besten Blick auf die Alster hat man von oben. Sei es aus dem Flugzeug beim Einflug, vom Michel oder Philturm (der Uni) rüber oder auch von den Mundsburg-Towern aus…je höher, desto besser. „Intimer“ wird es mit dem Gewässer rund um die Binnenalster. Die Gedanken schweifen lassen geht eher um den großen Teich herum.

 4. In welchem Park chillt ihr am liebsten?

Der chilligste Park ist wohl das „Schillerufer“ in Bergedorf. Tiefenentspannte Jugendliche sieht man hier genauso wie die langsamsten Radfahrer der Welt, Minigolfspieler, sedierte Enten…Das Gras könnte gar nicht „grüner“ sein an der Bille, nahe dem Schlosspark. Ich persönliche chille allerdings auch in Eimsbüttel, im Stadtpark, an der Alster, im Volkspark (naja), im Eppendorfer Park und wo es mich sonst so hin verschlägt. Hamburg hat zu viele Grünflächen, zu viel Wasser, zu viele schöne Ecken, als dass es nur ein Park sein könnte.

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Auch das steht irgendwo in Hamburg – in einem „Park“.

5. In welcher Hamburger Kneipe gibt es die geilsten Club-Konzerte?

Ich kenne original eine: Den Silbersack. Andere fallen mir spontan nicht ein. Ich kann nicht beurteilen, ob das jetzt gegen Hamburg oder gegen mich spricht. Nächste Frage, bitte.

6. Wo kann man in Hamburg am besten shoppen gehen?

Natürlich in der City. Und in Altona. Und inzwischen auch in Bergedorf. In der Hamburger Meile. Hm. Kommt wahrscheinlich darauf an, was man shoppen möchte. Für einen netten Bummel empfehle ich die Schanze und Altona oder auch die Innenstadt (da man sich anschließend so schön ans Wasser oder in ein nettes Cafe setzen kann). Für eine effiziente Ich-brauche-das-und-das-Kleidungsstück-Mission empfiehlt sich hingegen (ebenso wie bei schlechtem Wetter) eines der großen Einkaufszentren / Mall-ähnlichen Gebäude in Wandsbek, Mundsburg oder auch Bergedorf). Eigentlich mag ich shoppen nicht. Ich gehe lieber in einen Buchladen. Zählt das auch?

7. Welches Hamburger Event darf man auf keinen Fall verpassen?

Man darf schon mal jedes verpassen. Aber man sollte auch jedes einmal mitgemacht haben. Auf meiner Liste fehlen noch: die Altonale, das Alstereisvergnügen (ist leider immer spontan und nicht so häufig, letztes Mal war ich in Kanada und dort war es zu dem Zeitpunkt regelrecht warm!), die lange Nacht der Museen, Critical Mass Hamburg (ein – kritischer – Haufen Fahrradfahrer fährt einmal im Monat quer durch die Stadt) und noch einige mehr…

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So’n Event. Bei typischem Hamburg-Wetter.

8. Wo in Hamburg lässt es sich im Sommer am besten baden?

Im Freibad. Richtung Bergedorf gibt es auch ein paar tolle Seen, aber ich persönlich traue mich nicht ins Brackwasser.

9. Wo ist der beste Platz mit Blick auf den Hamburger Hafen?

Ich würd mal sagen, von einer Barkasse aus.

10. Warum ist Hamburg für Euch die schönste Stadt der Welt?

Ist sie das.

Na, weil es Hamburch ist 🙂

Pfote

24 Jul

Klein und weiß und ein bisschen rosa. So klein, aber schwer auf meinem Bauch. Und dann lagst du auf einmal drauf. Aber das war nur etwa fünf Sekunden gut. Hin und her, ja, nachts ist alles viel spannender. Bis du auf meine Haare getreten bist. Da habe ich dich einfach weggeschubst. Und schwupps – saßt du neben dem Bett. Eines deiner neun Leben vielleicht aufgebraucht, aber viel wahrscheinlicher ist, dass es dir gar nichts ausgemacht hat. Oder du einfach nur überrascht warst.

Anhänglich bist du geworden, im Alter. Je schwerhöriger, desto lauter dein – nennen wir es mal – Brüllen. Klägliches Miauen hätte einfach nicht zu dir gepasst. Du warst schon immer ein starker, wilder, verrückter Selbstversorger. Aber eigentlich hattest du nichts gegen Leckerlis und Streicheleinheiten. Eigentlich nicht, jedenfalls nicht, nachdem du zur Ruhe gekommen bist. Endlich, nach über fünfzehn Jahren. Aufgewachsen in der „Wildnis“, die wir Menschen Campingplatz nennen. Abgehärtet, immer im wahren Leben. Bis sie dich mitgenommen haben. Diese Menschen. Und weitergereicht, aber nur zu deinem Besten. Und das wusstest du.

Ganz selten mal ein Blick aus dem Fenster in den Innenhof. Weil da eine Katze saß. Aber du hast nur geschaut. Die Zeiten waren längst vorüber, den Preis hast du nur allzu gern bezahlt. Du wusstest einfach, was das Leben da draußen noch so mit sich bringt. Irgendwann lernt man sie wohl schätzen, die Sicherheit. Zumindest wenn man gefühlte hundertzwanzig ist.

Klein und weiß und ein bisschen rosa. Braune Erde, frisch ausgehoben und noch nass vom Regen. Schlaf gut, Kleiner.

 

Der Raum

3 Jul

Eigentlich war er gar nicht so auffällig. Dunkel, in einer Ecke gelegen, unbenutzt. Außer in frühen Kindheitstagen. Und vielleicht ein Leben zuvor. Es roch nicht nach Staub, aber es herrschte dennoch eine vergessene Atmosphäre. Vasen und Aschenbecher und allerlei andere Dinge aus Glas standen in den Vitrinen, aber nichts davon hatte etwas Zerbrechliches an sich. Massiv waren auch die Möbel, von der Decke ging eine dunkelbraune Schwere aus.

Die Fischernetze schienen das Gewicht der hineingehängten Erinnerungen jedoch zu tragen, hielten die Meerestiere aus Plastik fern von den gemütlichen Sesseln, die wie zufällig übrig gebliebene Zeugen vergangener, lauterer Tage ihre Stellung hielten. Im Stoff hatten sich Zigarettenqualm und Stimmengewirr verfangen, auch der dicke Teppichboden verschluckte die Geräusche schon seit einer ganzen Generation und würde sie nie wieder hergeben.

Aus dem Fenster sah man mit Glück die Füße der Vorbeilaufenden, aber die Gardinen verschleierten das Leben vor der Tür, so gut sie vermochten. Stille. Ich saß in diesem Sessel und empfand nur eine dumpfe, tiefe Stille.

Der schwere Tisch war rund oder oval oder auch eckig, auf jeden Fall hatte er eine Steinplatte oder eine Platte aus mehreren Fliesen. Hinter der Tür war es am dunkelsten. Ich erinnere mich, dass dort irgendetwas stand oder hing, aber selbst in voller Beleuchtung konnte das Licht den Raum nicht erhellen und so bleibt mir die Erinnerung verborgen. Sämtliche Oberflächen waren unwillig, etwas zurückzugeben.

Die dominanten Farben waren grün und orange, obwohl das eher die gefühlten Farben sind. Im Prinzip bestand der Raum wohl eher aus braunem Holz und einer undefinierbaren Mischung aus Schatten.

Man erzählte mir die Geschichten, zumindest die wichtigen, die stolzen und die verrückten. Doch der Raum erzählte noch mehr. Er sprach von Erinnerungen, die im Dunkeln gehalten, aber gepflegt wurden. Die ferngehalten waren vom alltäglichen Leben und doch zum Betreten jederzeit ganz nah. Er hatte keine Funktion und wohl auch nie eine gehabt, obwohl sein Name auf Spaß und Aktivität schließen lässt. Vielleicht wurde in den Sesseln, auf dem Sofa tatsächlich einmal gesessen. Vielleicht hatten außer mir noch andere Menschen hier übernachtet. Doch irgendwie schien er vor allem das Bedürfnis nach Dunkelheit, Geheimnissen, einfach dem anderen Element des Lebens zu befriedigen.

 

 

 

Diese Stadt, wieder einmal…

17 Jun

Manchmal schafft sie es ja doch, mich zu überraschen.

Zum Beispiel beim gefühlt hundertsten Einflug. Sie sah einfach so anders aus. Klar kommt es auf die Windrichtung, den Verkehr usw. an, aus welcher Richtung man den Flughafen Fuhlsbüttel ansteuert. Auch ist der Blick aus dem linken Fenster ein ganz anderer als der aus dem rechten. Aber trotzdem. Als ich also im Flugzeug saß und nach bekannten Gebäuden, Flüssen, irgendwelchen Anhaltspunkten suchte – sah ich einfach keine. Bis irgendwann ein paar Gleise und ICE-Züge auftauchten, die ich zuordnen konnte, aber selbst die sahen aus der Luft total merkwürdig aus.

Und dann hatte sie auch noch ein paar rosarote Zuckerwatte-Wolken bereitgehängt, die an uns vorbei zogen. Hach. Und dieser Sonnenuntergang…Irgendwas wollte sie mir wohl sagen.

Welcome back? Ich hab dich vermisst? Hier ist es doch sooo schön?

Man weiß es nicht. Auf jeden Fall war ich ganz aus dem Häuschen. Ungewöhnlich für mich.

 

Mal ausprobiert: Loslassen

22 Mai

Ich bin durch Zufall vor einigen Tagen auf einen Blog gestoßen, in dem sich jemand täglich von Überflüssigem im eigenen Haushalt befreit. Die Idee hat mich sofort begeistert, also habe ich nach einigem Hin und Her nun auch ein solches Projekt ins Leben gerufen: Überdenken und Verschenken.

Täglich werde ich es wohl nicht schaffen, da am Ball zu bleiben, aber eben so oft es mir möglich ist. Bisher hat ein bisschen Müll dran geglaubt – wer sich noch an die Bonsai-Geschichte erinnert, wird vielleicht etwas traurig sein. Es hat halt einfach nicht sein sollen.

So erleichternd die Idee auch ist, „fürchte“ ich mich jetzt schon davor, irgendwann „gute“ Sachen loslassen zu müssen. Was erstens natürlich völliger Schwachsinn ist: Ich muss schon mal gar nichts. Und zweitens liegt gerade darin ja auch die Herausforderung! Wenn es nicht ein bisschen weh tut, weiß man gar nicht, um was für Müll man sich eigentlich die ganze Zeit kümmert.

Auch wenn ich durch die Zeit im Ausland bereits viel Überflüssiges losgeworden bin, schadet es nicht, auch heute wieder darauf zu achten, was man eigentlich nicht braucht. Was einem ein Stück weit die „Luft wegnimmt“.

Nach nur zwei Tagen sehe ich schon spürbare Erfolge: Ich habe Ordnung in die eine oder andere Ecke gebracht und sogar mein E-Mail-Postfach nebenbei sortiert.

Wer Lust hat, kann mitlesen und wer mag, darf natürlich auch mit eigenem Projekt mitmachen! Viel Spaß und ich hoffe, es ist euch genau so eine Inspiration wie es mir eine war…

 

Dein Ort

26 Apr

Du sitzt nicht hier am Kamin
Dein Ort ist nicht bei den Bäumen
Du springst nicht wild durch den Garten
oder schwimmst dort im See.
Weder über noch neben
den zarten Wattewolken
schwebst du umher.
In unseren Träumen
bist du nur zu Gast
Und erst recht weiß jeder
dass du unter der Erde
nicht deinen Platz hast.

Du hast das Jetzt verlassen
um Ewigkeit zu sein
Du füllst unsere Herzen
bist jeder einzelne Kerzenschein
Du existierst überall
in uns und um uns
Zu groß für nur einen winzigen Ort
Wo wir auch sind
gehst du mit uns
Denn du bist nicht fort.

Wir sind jetzt dein Ort.

 

Der Zauberwürfel und das Chaos

6 Feb

Der Zauberwürfel macht mich fertig. Ich habe ihn noch nicht geknackt. Früher war er für mich wirklich ein magisches Teil. Völlig undurchschaubar und scheinbar endlos in der Lage, mich und jeden anderen unwissenden „Tölpel“ zu beschäftigen. Ich saß davor, drehte ihn in meiner Hand, schraubte hier und da und schlussendlich klebte ich die bunten Aufkleber ab und wieder an. So, dass sie schön und richtig aussahen. Heute weiß ich, dass das ein Fehler war. Nicht nur, weil es kein echter Erfolg ist. Das war mir schon früher klar. Sondern auch, weil es tatsächlich ein System gibt – eine immanente Logik.

Achtung: Der Zauberwürfel ist logisch! 

Das war ein kleiner Schock. Nicht, dass ich mir nicht hätte denken können, dass es eine Methode gibt. Aber es gibt darüber hinaus auch nur eine (!) richtige Lösung. Ich war wirklich davon überzeugt, dass es mehrere Möglichkeiten gab. Wenn ich mal eine gleichfarbige Seite geschafft hatte, war ich stolz wie Oskar. Doch dann erklärte man mir, dass es so nicht ausreichte. Die dazugehörigen Seiten müssten ebenfalls richtig sein. Verdammt.

Ebenso ist es auch mit meiner Wohnung. Es reicht nicht, dass ein Zimmer ordentlich ist und gut durchgeplant. Sobald man das Zimmer verlässt und ein anderes betritt, ist die Harmonie durchbrochen. Das System muss sich durch sämtliche Einrichtungsgegenstände, Kleidungsstücke, Bücher und wer weiß was noch ziehen. Sonst funktioniert es nicht. Und hier kommt die Logik des Würfels ins Spiel: Trau dich, Unordnung zu machen – auch wenn du denkst, du hast schon teilweise die richtige (An-)Ordnung gefunden. Eine Seite reicht leider nicht, du wirst sie kurzfristig „zerstören“ müssen. Behalte dabei aber unbedingt den Überblick, denn sonst herrscht hinterher das komplette Chaos. Alles ist verbunden. Bestimmte Reihen lassen sich verdrehen und wieder zurück schrauben, andere führen in das totale Durcheinander.

Aber lasst euch von mir nichts erzählen, ich hab es auch noch nicht geschafft.